Näharbeiten in der dritten Dimension – Stadtroda

Christine Bergk aus Stadtroda fiebert ersten Ausstellung entgegen – Ab 10. August zeigt sie im Rathaus ihre Patchwork-Bilder

Stadtroda. Ihre Nachbarin Karin Gerstenberger hat sie vor mehr als einem Jahr dazu ermuntert, die Arbeiten auszustellen, die an ihrer Nähmaschine entstehen. Christine Bergk, die im Grüntal in Stadtroda lebt, wandte sich daraufhin an Angelika Schieferdecker vom Bürgerbüro.

Jetzt sind es nur noch wenige Tage: Am 10. August zeigt Christine Bergk, Jahrgang 1959, im Rathaus in Stadtroda knapp 30 ihrer Patchwork-Arbeiten. „Ich bin immer noch ein wenig hin- und hergerissen, ob das alles richtig ist mit der Ausstellung“, sagte Bergk.

Patchwork ist eine Form der Textiltechnik, bei der Reste verschiedener Materialien verwendet werden. Genau das macht Christine Bergk. Sie arbeitet mit Stoffresten. „Ich bin ein sehr kreativer Mensch. Mir gefällt das Bildhafte, das Räumliche, am liebsten in 3-D-Technik. Ich hole mir überall Anregungen her. Und dann lege ich los“, sagte sie.

Im Sommer 2015 wurde bei ihr das Interesse für diese Technik geweckt. Da gab es eine Ausstellung in der Alten Suptur in Stadtroda. „Das hat mir gefallen. Danach habe ich mich hingesetzt“, sagte Bergk.

Daraus ist mehr geworden. Sie hat Messen besucht, auch Lehrgänge. Sie kauft Bücher – und sie arbeitet fast täglich zwei Stunden, vor allem in den Morgenstunden.

„Ich experimentiere sehr gern mit Stoffen, mit Farben, mit den Materialien. Ich möchte mich da nicht festlegen lassen. Ich habe eine gewisse Vorstellung, was am Ende entstehen soll. Doch oft gibt es im Schaffenprozess eine Wendung und damit auch ein ganz anderes Ergebnis.“ Ihr größter Kritiker ist übrigens ihr „Schatz“, wie sie ihren Lebensgefährten Peter Langner nennt. „Wenn er sagt, das sieht gut aus, dann stimmt das fast immer. Und er sagt mir auch, wenn es ihm nicht gefällt.“

Bis zum 27. Oktober sind ihre Arbeiten ausgestellt. „Ich habe im Moment keine Vorstellung, was mich erwartet. Ist das überhaupt Kunst, was ich mache? Ich weiß es nicht. Was mir gefällt, muss ja nicht gleich anderen gefallen“, sagte Bergk.

Der immer näher rückende Termin der Ausstellungseröffnung hatte auch etwas Positives. „Ich habe mich seit Jahresbeginn noch intensiver mit der Patchwork-Technik befasst. Das wäre garantiert nicht passiert, wenn ich mich nicht für diese Ausstellung entschlossen hätte“, sagte die Frau aus Stadtroda

Dass bei ihr vor über zwei Jahren das Interesse geweckt wurde zur Gestaltung, kam nicht von ungefähr. „Ich bin ausgebildete Dekorateurin. Ich habe studiert. Der Umgang mit der Nähmaschine ist für mich nicht neu. In Sachen Patchwork stehe ich aber noch ganz am Anfang. Deshalb ist die Ausstellung vielleicht gar nicht so verkehrt. Man bekommt Reaktionen mit. Die bringen mich weiter.“

Ein Sommerloch zum selber nähen

Garrel[1] Zeit für ein neues Projekt? Ann-Kahrin Wessel näht seit fast zehn Jahren Kleider, Kissen und Mützen selber. Für die Leserinnen der NWZ hat sie eine besonders schöne Idee für den Sommer: ein selbstgenähter Tellerrock – für Mutter oder Tochter. Einfach Nähmaschine ausleihen und loslegen.

Sie brauchen:

 Lieblingsstoff (Wie viel Stoff benötigt wird, ist in der Vorlage jeweils angegeben.)

 Bündchenstoff

 Nähmaschine

Stecknadeln

 Schere und Maßband

 Garn

Schnittmuster

A) Das Rockteil

Schritt 1: Vorlage

Der Rock kann für Damen wie für Kinder genäht werden. Dafür gibt es zwei verschiedene Vorlagen. Ausgewählte Vorlage ausdrucken, zusammenkleben und gewünschte Größe entlang der Markierung ausschneiden.

https://www.leni-pepunkt.de/freebook-teller-rock-und-der-fruehling-kann-kommen/%22%20title=%22www.leni-pepunkt.de%22%3Ehttps:/www.leni-pepunkt.de/freebook-teller-rock-und-der-fruehling-kann-kommen/ [2]

Schritt 2: Fixieren

Der Stoff wird im Stoffbruch“ zugeschnitten. Das heißt, er wird doppelt gelegt (links auf links). Dann fixiert man das Schnittmuster am Stoff, um ihn anschließend auszuschneiden. Ann-Katrin Wessel[3] benutzt dafür Unterlegscheiben aus dem Baumarkt. Für Anfänger reichen Stecknadel und Schere.

Schritt 3: Ausschneiden

Unbedingt darauf achten, an der offenen Kante eine 0,75 Zentimeter breite Nachtzugabe zu lassen, um die Seiten anschließend an dieser Stelle aneinandernähen zu können.

Schritt 4: Stecken

Die offenen Seiten mit Stecknadeln aneinanderstecken, um sie anschließend an gleicher Stelle zusammenzunähen.

Schritt 5: Nähen

Die Stoffe mit einem „geraden Stich“ zusammennähen. Im „Zickzack-Stick“ wird die Kante anschließend „versäubert“, damit sie nicht ausfranst. Diesen Zickzack-Stich wendet Ann-Katrin Wessel auch am unteren Rockende an, um die Seite zu „versäubern“.

Schritt 6: „Säumen“

Am unteren Rockende den Stoff um etwa 1,5 bis 2 Zentimeter umschlagen und das Ganze mit Stecknadeln befestigen. Mit geradem Stich dann den Saum nähen.

B) Das Bündchen

Schritt 7: Zuschneiden

Zunächst die Breite der oberen Rocköffnung messen, das Maß verdoppeln und mit 0,7 Mal nehmen – damit am Ende auch nichts rutscht. Den Stoff doppelt legen, also im Stoffbruch schneiden, und die Nahtzugabe von einem Zentimeter nicht vergessen. Ann-Katrin entscheidet sich für ein 15 Zentimeter dickes Bündchen.

Achtung: Beim Zuschneiden unbedingt darauf achten im Fadenlauf zu schneiden. Dehntest: Bundstoff von beiden Seiten dehnen. Die Seite, die nicht so elastisch ist, läuft in Richtung des Fadenlaufs. Der Fadenlauf muss in die Breite laufen, die den Bauchumfang darstellt.

Schritt 8: Nähen

Die offenen Seiten mit Stecknadeln aneinander befestigen und zunähen. Gegenüber der Naht eine Stecknadel setzen, um „vorne“ zu markieren.

C) Rock mit Bund

Schritt 9: Fixieren

Die Naht des Rockteils sollte sich am Ende auf der rechten Körperseite befinden. Um das zu erreichen legen wir zunächst rechts die Naht und stecken links – zur Markierung der linken Seite – eine Stecknadel. Jetzt den Rock in die Hand nehmen und Stecknadel auf Naht legen. Dann links und rechts eine Stecknadeln setzen, um vorne und hinten zu markieren.

Schritt 10: Stecken

Jetzt Bündchen über das Rockteil stülpen, so dass die Stecknadeln, die jeweils vorne und hinten markieren, übereinander liegen. Anschließend das Bündchen leicht gedehnt ans Rockteil feststecken.

Schritt 11: Nähen

Genäht wird wieder in geradem Stich, „versäubert“ im Zickzack-Stich – Fertig!

Schritt 12: Dekorieren

Hübsch machen kann man den Rock zum Beispiel mit einem Häkelband, Knöpfen und Stoffblumen.

Kostenlose Vorlage ausdrucken unter   https://www.leni-pepunkt.de/freebook-teller-rock-und-der-fruehling-kann-kommen/ [4]

Fußnoten:

  1. ^ Garrel (www.nwzonline.de)
  2. ^ www.leni-pepunkt.de (www.leni-pepunkt.de)
  3. ^ Ann-Katrin Wessel (www.nwzonline.de)
  4. ^   https://www.leni-pepunkt.de/freebook-teller-rock-und-der-fruehling-kann-kommen/  (www.leni-pepunkt.de)

Näharbeiten in der dritten Dimension – Eisenberg

Christine Bergk aus Stadtroda fiebert ersten Ausstellung entgegen – Ab 10. August zeigt sie im Rathaus ihre Patchwork-Bilder

Stadtroda. Ihre Nachbarin Karin Gerstenberger hat sie vor mehr als einem Jahr dazu ermuntert, die Arbeiten auszustellen, die an ihrer Nähmaschine entstehen. Christine Bergk, die im Grüntal in Stadtroda lebt, wandte sich daraufhin an Angelika Schieferdecker vom Bürgerbüro.

Jetzt sind es nur noch wenige Tage: Am 10. August zeigt Christine Bergk, Jahrgang 1959, im Rathaus in Stadtroda knapp 30 ihrer Patchwork-Arbeiten. „Ich bin immer noch ein wenig hin- und hergerissen, ob das alles richtig ist mit der Ausstellung“, sagte Bergk.

Patchwork ist eine Form der Textiltechnik, bei der Reste verschiedener Materialien verwendet werden. Genau das macht Christine Bergk. Sie arbeitet mit Stoffresten. „Ich bin ein sehr kreativer Mensch. Mir gefällt das Bildhafte, das Räumliche, am liebsten in 3-D-Technik. Ich hole mir überall Anregungen her. Und dann lege ich los“, sagte sie.

Im Sommer 2015 wurde bei ihr das Interesse für diese Technik geweckt. Da gab es eine Ausstellung in der Alten Suptur in Stadtroda. „Das hat mir gefallen. Danach habe ich mich hingesetzt“, sagte Bergk.

Daraus ist mehr geworden. Sie hat Messen besucht, auch Lehrgänge. Sie kauft Bücher – und sie arbeitet fast täglich zwei Stunden, vor allem in den Morgenstunden.

„Ich experimentiere sehr gern mit Stoffen, mit Farben, mit den Materialien. Ich möchte mich da nicht festlegen lassen. Ich habe eine gewisse Vorstellung, was am Ende entstehen soll. Doch oft gibt es im Schaffenprozess eine Wendung und damit auch ein ganz anderes Ergebnis.“ Ihr größter Kritiker ist übrigens ihr „Schatz“, wie sie ihren Lebensgefährten Peter Langner nennt. „Wenn er sagt, das sieht gut aus, dann stimmt das fast immer. Und er sagt mir auch, wenn es ihm nicht gefällt.“

Bis zum 27. Oktober sind ihre Arbeiten ausgestellt. „Ich habe im Moment keine Vorstellung, was mich erwartet. Ist das überhaupt Kunst, was ich mache? Ich weiß es nicht. Was mir gefällt, muss ja nicht gleich anderen gefallen“, sagte Bergk.

Der immer näher rückende Termin der Ausstellungseröffnung hatte auch etwas Positives. „Ich habe mich seit Jahresbeginn noch intensiver mit der Patchwork-Technik befasst. Das wäre garantiert nicht passiert, wenn ich mich nicht für diese Ausstellung entschlossen hätte“, sagte die Frau aus Stadtroda

Dass bei ihr vor über zwei Jahren das Interesse geweckt wurde zur Gestaltung, kam nicht von ungefähr. „Ich bin ausgebildete Dekorateurin. Ich habe studiert. Der Umgang mit der Nähmaschine ist für mich nicht neu. In Sachen Patchwork stehe ich aber noch ganz am Anfang. Deshalb ist die Ausstellung vielleicht gar nicht so verkehrt. Man bekommt Reaktionen mit. Die bringen mich weiter.“

Veranstaltungstipp: Auf Tuchfühlung: ‚Näh es selbst!‘

Xanten. Samt, Seide, Leinen: Sonntag ist von 11 bis 17 Uhr deutsch-holländischer Stoffmarkt in der Xantener Innenstadt:

Am Sonntag, 30. Juli, herrscht Frauenüberschuss in Xanten, genauer gesagt auf dem Markt mitten in der Stadt. Bewaffnet mit Block, Stift und Metermaß nehmen sie wieder Kurs auf die vielen Stände, an denen Händler unzählige Stoffe in allen Farben, Mustern und Materialien anbieten: Deutsch-Holländischer Stoffmarkt ist von 11 bis 17 Uhr angesagt in der Dom-, Siegfried- und Römerstadt. Und da hat das männliche Geschlecht eine tragende Funktion, nicht im übertragenen, sondern im wahrsten Sinne des Wortes. Denn irgendwo muss der ausgewählte Stoff ja zwischengeparkt werden, bevor die nähbegeisterte Gattin oder Freundin den nächsten Stand ansteuert, sich mit weiterem Tuch eindeckt und am nächsten Stand abtaucht in Kurzwaren und Schnittmuster. Manche Händler haben allein mehr als 10 Kilometer Stoff im Gepäck, ein Kurzwarenhändler bietet neben Tausenden von Knöpfen, hunderten Garnrollen sowie Kilometern von Borten und Bordüren auch noch die Auswahl unter mehr als 25.000 Reißverschlüssen.

Patchwork-Stoffe, Samt, Seide oder Leinen für Kleider und Kinderkleidung, Gardinen, Möbel, das Küchenfenster: „Näh es selbst!“ lautet das Motto der Aussteller. Denn Individualität ist im Trend – weg von Uniformismus, von Mode von der Stange, hin zu Eigenkreationen. Das gilt fürs leichte Abendkleid aus Chiffon genauso wie für das Shirt aus Baumwolle. Und wenn Frau dann auch noch die passenden Handtaschen braucht: Auch die werden auf dem Tuch- und Stoffmarkt angeboten. Wer Spaß daran hat, sein Zuhause gemütlich zu machen und Gardinen, Tischdecken oder Kissenbezüge selber zu nähen, kommt am 30. Juli ebenfalls auf seine beziehungsweise ihre Kosten. Bei der Auswahl an Möbel-, Gardinen- und Dekostoffen fällt es Selber-Machern leicht, den eigenen vier Wänden einen persönlichen Touch zu geben.

Ach ja: Auch diejenige (sorry: oder derjenige – es soll ja auch Männer geben, die gerne schneidern), die noch keine eigene Nähmaschine und Informationsbedarf hat, ist auf dem Stoffmarkt richtig. Ein Nähmaschinenhersteller ist mit einem Info-Stand vertreten, an dem sich Besucher über die gesamte Produktpalette beraten lassen können. Und mit etwas Glück kann man (frau) auch eine wertvolle Nähmaschine einer Schweizer Traditionsmarke im Wert von 250 Euro gewinnen. Die Verlosung findet um 17 Uhr öffentlich am Stand des Nähmaschinenherstellers statt. www.stoffmarkt-expo.de[1]

Quelle: RP

Fußnoten:

  1. ^ www.stoffmarkt-expo.de (www.stoffmarkt-expo.de)

Mädchen schneidern Unikate

Mädchen schneidern Unikate

Beelen (jus) – Seit Tagen rattert es im Jugendtreff: Gleich mehrere Nähmaschinen sind im Einsatz. Stoff wird geschnitten, gesteckt und anprobiert. Seit Montag sind vier Nachwuchsdesignerinnen am Werk. Unter Anleitung von Annegret Lindemann entwerfen und schneidern die Mädchen ihre eigene Kleidung.

Bild: Stempfle

Konzentriert an der Nähmaschine: Melanie (16) hat eine Carmen-Bluse entworfen, deren Ärmel noch genäht werden müssen.

Bild: Stempfle

Melanie ist schon ziemlich weit: Sie näht eine Carmen-Bluse mit großen Rüschen. Nur noch die Ärmel fehlen. Neben ihr sitzt Salome an der Kettel-Maschine. Die Zehnjährige hatte eigentlich ein Kleid entworfen. „Als ich die Teile der Modepuppe angesteckt habe, wurde mir klar, dass ein Zweiteiler mit Spitzeneinsätzen doch besser aussieht“, erklärt Salome.

Marie Luise und Anna Lena sind ihrem Entwurf treu geblieben. Die beiden Mädchen wollen Sommerkleider für sich nähen. „Bei jedem Stück handelt es sich um ein Unikat“, erklärt Designerin und Kursusleiterin Annegret Lindemann. Wichtig ist ihr, dass die Mädchen ihrer Fantasie freien Lauf lassen können. „Sie lernen, wie sie ihre Vorstellungen von einer Zeichnung über ein Schnittmuster bis hin zur fertigen Kleidung realisieren können“, so Lindemann, die bereits zahlreiche Kurse für Jugendliche angeboten hat.

Am Anfang jedes Workshops müssen die Teilnehmer ihren Körper vermessen, um ein Schnittmuster erstellen zu können, das genau zu ihnen passt. „So setzen sich die Jugendlichen mit ihrem Körper auseinander“, betont die Designerin. Die Mädchen haben gelernt, dass ihre Figuren nicht symmetrisch sind, dass man aber für jede Körperform ein gut sitzendes Kleidungsstück erstellen kann. I

m Vordergrund des Workshops, der vom Jugendtreff angeboten wird, stehe der Designprozess, das Nähen sei zweitrangig, sagt Lindemann. Deshalb sei es nicht hinderlich, wenn die Teilnehmer vor dem Kursus keine Erfahrung mit der Nähmaschine haben. „Die Grundzüge bringe ich ihnen bei“, sagt Lindemann, die den Mädchen mit Rat und Tat zur Seite steht. Sie hilft bei der Stoffauswahl, beim Experimentieren mit Farben und Materialien. „Die Mädchen sollen sich ausprobieren“, betont die Kursusleiterin.

Viel gelernt hat Marie Luise. Sie näht mit der Hand einen versteckten Reißverschluss in ihr luftiges Sommerkleid. Auch der Umgang mit der Nähmaschine schreckt sie nicht mehr. Nach dem Kursus will sie weiter nähen, genauso wie die anderen Teilnehmerinnen. „Aber erst helfe ich meiner Mutter. Die will Gardinen nähen“, sagt die Schülerin und lacht.

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Mädchen schneidern Unikate

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Beelen (jus) – Seit Tagen rattert es im Jugendtreff: Gleich mehrere Nähmaschinen sind im Einsatz. Stoff wird geschnitten, gesteckt und anprobiert. Seit Montag sind vier Nachwuchsdesignerinnen am Werk. Unter Anleitung von Annegret Lindemann entwerfen und schneidern die Mädchen ihre eigene Kleidung.

Bild: Stempfle

Konzentriert an der Nähmaschine: Melanie (16) hat eine Carmen-Bluse entworfen, deren Ärmel noch genäht werden müssen.

Bild: Stempfle

Melanie ist schon ziemlich weit: Sie näht eine Carmen-Bluse mit großen Rüschen. Nur noch die Ärmel fehlen. Neben ihr sitzt Salome an der Kettel-Maschine. Die Zehnjährige hatte eigentlich ein Kleid entworfen. „Als ich die Teile der Modepuppe angesteckt habe, wurde mir klar, dass ein Zweiteiler mit Spitzeneinsätzen doch besser aussieht“, erklärt Salome.

Marie Luise und Anna Lena sind ihrem Entwurf treu geblieben. Die beiden Mädchen wollen Sommerkleider für sich nähen. „Bei jedem Stück handelt es sich um ein Unikat“, erklärt Designerin und Kursusleiterin Annegret Lindemann. Wichtig ist ihr, dass die Mädchen ihrer Fantasie freien Lauf lassen können. „Sie lernen, wie sie ihre Vorstellungen von einer Zeichnung über ein Schnittmuster bis hin zur fertigen Kleidung realisieren können“, so Lindemann, die bereits zahlreiche Kurse für Jugendliche angeboten hat.

Am Anfang jedes Workshops müssen die Teilnehmer ihren Körper vermessen, um ein Schnittmuster erstellen zu können, das genau zu ihnen passt. „So setzen sich die Jugendlichen mit ihrem Körper auseinander“, betont die Designerin. Die Mädchen haben gelernt, dass ihre Figuren nicht symmetrisch sind, dass man aber für jede Körperform ein gut sitzendes Kleidungsstück erstellen kann. I

m Vordergrund des Workshops, der vom Jugendtreff angeboten wird, stehe der Designprozess, das Nähen sei zweitrangig, sagt Lindemann. Deshalb sei es nicht hinderlich, wenn die Teilnehmer vor dem Kursus keine Erfahrung mit der Nähmaschine haben. „Die Grundzüge bringe ich ihnen bei“, sagt Lindemann, die den Mädchen mit Rat und Tat zur Seite steht. Sie hilft bei der Stoffauswahl, beim Experimentieren mit Farben und Materialien. „Die Mädchen sollen sich ausprobieren“, betont die Kursusleiterin.

Viel gelernt hat Marie Luise. Sie näht mit der Hand einen versteckten Reißverschluss in ihr luftiges Sommerkleid. Auch der Umgang mit der Nähmaschine schreckt sie nicht mehr. Nach dem Kursus will sie weiter nähen, genauso wie die anderen Teilnehmerinnen. „Aber erst helfe ich meiner Mutter. Die will Gardinen nähen“, sagt die Schülerin und lacht.

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Bild: Stempfle

Konzentriert an der Nähmaschine: Melanie (16) hat eine Carmen-Bluse entworfen, deren Ärmel noch genäht werden müssen.

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Melanie ist schon ziemlich weit: Sie näht eine Carmen-Bluse mit großen Rüschen. Nur noch die Ärmel fehlen. Neben ihr sitzt Salome an der Kettel-Maschine. Die Zehnjährige hatte eigentlich ein Kleid entworfen. „Als ich die Teile der Modepuppe angesteckt habe, wurde mir klar, dass ein Zweiteiler mit Spitzeneinsätzen doch besser aussieht“, erklärt Salome.

Marie Luise und Anna Lena sind ihrem Entwurf treu geblieben. Die beiden Mädchen wollen Sommerkleider für sich nähen. „Bei jedem Stück handelt es sich um ein Unikat“, erklärt Designerin und Kursusleiterin Annegret Lindemann. Wichtig ist ihr, dass die Mädchen ihrer Fantasie freien Lauf lassen können. „Sie lernen, wie sie ihre Vorstellungen von einer Zeichnung über ein Schnittmuster bis hin zur fertigen Kleidung realisieren können“, so Lindemann, die bereits zahlreiche Kurse für Jugendliche angeboten hat.

Am Anfang jedes Workshops müssen die Teilnehmer ihren Körper vermessen, um ein Schnittmuster erstellen zu können, das genau zu ihnen passt. „So setzen sich die Jugendlichen mit ihrem Körper auseinander“, betont die Designerin. Die Mädchen haben gelernt, dass ihre Figuren nicht symmetrisch sind, dass man aber für jede Körperform ein gut sitzendes Kleidungsstück erstellen kann. I

m Vordergrund des Workshops, der vom Jugendtreff angeboten wird, stehe der Designprozess, das Nähen sei zweitrangig, sagt Lindemann. Deshalb sei es nicht hinderlich, wenn die Teilnehmer vor dem Kursus keine Erfahrung mit der Nähmaschine haben. „Die Grundzüge bringe ich ihnen bei“, sagt Lindemann, die den Mädchen mit Rat und Tat zur Seite steht. Sie hilft bei der Stoffauswahl, beim Experimentieren mit Farben und Materialien. „Die Mädchen sollen sich ausprobieren“, betont die Kursusleiterin.

Viel gelernt hat Marie Luise. Sie näht mit der Hand einen versteckten Reißverschluss in ihr luftiges Sommerkleid. Auch der Umgang mit der Nähmaschine schreckt sie nicht mehr. Nach dem Kursus will sie weiter nähen, genauso wie die anderen Teilnehmerinnen. „Aber erst helfe ich meiner Mutter. Die will Gardinen nähen“, sagt die Schülerin und lacht.

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