Selbstgemachtes zum Schulanfang – MOZ.de

Peter Kästner, der in der Fürstenwalder Eisenbahnstraße den Spielzeugladen Krümelland & Co betreibt, müsste erst im Lager nach ihnen suchen; Andreas Grätsch, Inhaber von Tinas Creativity im Rathauscenter, hat sie gar nicht erst im Sortiment. „Bastelsets würden sich nicht lohnen“, sagt er. Selbermachen liegt im Trend – bei Schultüten allerdings scheint die Bastellust von Eltern und Großeltern erschöpft.

„In der Region wird nicht so viel gebastelt wie woanders“, sagt Andreas Grätsch. Es gebe Orte, da könnten sich die Eltern von Schulanfängern gar nicht erlauben, mit einer gekauften Zuckertüte zur Einschulung zu erscheinen. Grätsch, der den Bastel- und Geschenkeartikelladen gemeinsam mit seiner Frau Christine betreibt, verkauft wie in jedem Jahr um diese Zeit viel mehr fertige Schultüten als Rohlinge zum Selbstgestalten. Star Wars, Autos und die Minions – kleine gelbe Wesen mit Latzhose – seien auch in diesem Jahr die Motiv-Favoriten der Schulanfänger.

Eine Fürstenwalderin, die mit ihrer sechsjährigen Tochter durch das Grußkarten-Sortiment des Ladens stöbert, hat für die Einschulung schon alles parat. „Wir haben ein Set aus Schulranzen und passender Schultüte gekauft“, sagt sie. Und was ist drauf? „Eiskönigin Elsa.“ Die Disney-Figur sei bei den Mädchen sehr beliebt, bestätigt Andreas Grätsch. Zum Selbermachen – so auch die Erklärung der jungen Mutter – fehle vielen einfach die Zeit.

Dabei hat Grätsch vom blauen, grünen oder gelben Schultüten-Rohling bis hin zu Aufklebern und Schleifen, Perlen und Farben zum Verzieren alles da, um Last-Minute-Bastler bei ihrer Mission zu unterstützen. „Wir haben auch Bastelbücher zum Thema“, sagt er, zeigt dann eine Rolle orangenfarbenen Vliesstoff mit Ranzen, dem ABC und Teddybären zum Einlegen oder Umwickeln der Schultüte. „Passt doch zum Schulanfang.“

Ein wenig aufwendiger, dafür noch individueller sind genähte Zuckertüten aus Stoff. „Anleitungen findet man im Internet zuhauf“, sagt Uta Meissner. An der Volkshochschule Oder-Spree bringt sie Anfängern und Fortgeschrittenen den Umgang mit Stoff und Nähmaschine bei. Drei bis vier Stunden Arbeit würden in einer selbstgenähten Schultüte stecken; dafür seien bereits Grundkenntnisse ausreichend.

Neben einer Nähmaschine und einem Bügeleisen zum Glätten von Nähten benötige man eine Form als Grundgerüst – bei großen Zuckertüten ab etwa 30 Zentimetern aus Pappe, bei kleinen reiche Volumenvlies. „Schablonen dafür gibt es ebenfalls im Internet“, sagt Uta Meissner. Ihr Exemplar aus Vlies, an dem sie die Arbeitsschritte demonstriert, hat sie frei Hand gezeichnet. Die Form diene gleichzeitig als Schablone für den Stoff, der ausgeschnitten und dann die Form umschließend zusammengenäht werde.

„Je kleiner die Schultüte, desto kleiner sollte das Muster des Stoffs sein“, empfiehlt Uta Meissner. Große Blumen kämen auf wenig Fläche nicht so gut zur Geltung wie viele kleine Blüten. „Und man sollte keinen gestrickten Stoff wie Jersey, sondern gewebten Stoff verwenden.“ Mit Borten, Bändern und Applikationen könne die Zuckertüte verziert werden. „Will man den Namen des Kindes aufnähen, sollte man die Stoffbuchstaben mit Bügelvlies verstärken.“

Und: Bevor Hobby-Näher anfangen, sollten sie sich anhand einer Skizze eine genaue Vorstellung davon machen, wie die Schultüte aussehen soll. Anders als bei Zuckertüten aus dem Handel haben Eltern und Verwandte dabei freies Spiel: „Der Fantasie“, sagt Uta Meissner, „sind keine Grenzen gesetzt.“

Quelle:

www.moz.de

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