Modenschau zum Ortsjubiläum: Knirps geht auf den Laufsteg

Stephanie Lenk und Sohn Erik sind ein Team. Bevor Mama an der Nähmaschine loslegt, inspiziert der Kleine, ob alles funktioniert.

Foto: Ellen Liebner

Stefanie Lenk schneidert die Kleidung für Söhnchen Erik selbst. Werbung für die große Sause in Mechelgrün macht die junge Frau noch auf andere Art.

Von Sabine Schott
erschienen am 09.08.2017

Mechelgrün/Plauen. Es ist sonnig in der Souterrainwohnung mit dem kleinen Gärtchen vorm Wohnzimmer. Inmitten von Plauens Zentrum lebt dort die junge Familie Lenk. Mama Stephanie hat ein leidenschaftliches Hobby, sie näht. Und so lichtdurchflutet wie die Zimmer, so hell sind auch die Kleidungsstücke, welche die 28-Jährige für Söhnchen Erik (19 Monate) schneidert. „Er wächst so schnell“, begründet sie.

Momentan befindet sich die junge Frau in besonderer Mission. Vorm großen Jubiläum in Mechelgrün am Wochenende fertigt sie dem Kleinen eine mittelalterlich anmutende Klamotte für die Geburtstagsmodenschau, unter anderem eine Pumphose aus Molton und ein Hemdchen aus Musselin. „Die halbe Familie seitens meines Mannes Sascha wohnt in Mechelgrün, und Erik wird der jüngste Akteur beim Fest sein“, so die Versicherungsfachangestellte, die sich derzeit in Elternzeit befindet.

Sie kann nicht nur mit Zahlen und Formeln. „Ich habe schon immer genäht, hab’s irgendwie im Blut“, erzählt die gebürtige Reichenbacherin. Vor einiger Zeit habe sie sich erinnert, wie flott man aus einem niedlichen Stöffchen etwas Originelles zaubern könne. „Und da habe ich mir eine Nähmaschine gekauft, eine, mit der man auch dehnbares Material gut bearbeiten kann.“

Sie mache generell viel selbst – ob Dekorieren oder Basteln, und es dürfe dabei ruhig bunt zugehen, gibt Stephanie Lenk Auskunft. Bei der Modenschau, die 750 Jahre Revue passieren lassen will, läuft sie auch mit und steckt dabei in einem dunkelroten Traum von 1950er-Jahre-Kleid. „Es hat einen weiten, peticoatartigen Rock, ich liebe es einfach“, schwärmt der Do-it-yourself-Fan. Ihre Nähmaschine hat diesmal aber nichts mit dem kleidsamen Gewand zu tun. „Ehrlich gesagt habe ich kaum Zeit, etwas für mich zu schneidern, das dauert mir zu lang. “ So liegt auch das Projekt Mittelalterkleid noch auf Eis, erzählt die Plauenerin, die teils nach Schnittmustern arbeitet, das meiste aber improvisiert. Zu Mechelgrün haben Lenks übrigens eine weitere schöne Beziehung: „Im Juni 2014 haben wir in der Festscheune geheiratet“, erzählt die junge Mutter. Für sie ist es Ehrensache, dass am Auto ein großer Werbeaufkleber prangt, der aufmerksam machen soll auf das Heimatfest vor den Toren Plauens.

Während die Kirchuhr sanft Eriks Mittagsschlaf einläutet, rattert die Nähmaschine leise vor sich hin.

Ein Film zur Geschichte des Ortes Mechelgrün läuft heute, 18 Uhr, in der Festscheune. Seit gestern ist eine Ausstellung zu sehen.

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