Durchhausen: Pfarrgewänder sind besonders beliebt

Durchhausen sz Die Temperaturen sind hochsommerlich, aber sie denken schon an Schnee auf der Straße und warme Kleiderschichten: Clara Bornhoffer, Elise Utz, Rita Wintermantel, Martina Feger, Anni Ganter[1] und Bettina Schrenk haben sich der Gewänder der Durchhausener Sternsinger angenommen.

Erstmals seit vielen Jahren hat sich mit den sechs Frauen ein Kreis gebildet, der sich um die Gewänder kümmert. Die Garderobe bestehe seit Jahrzehnten, sagt Bettina Schrenk, die Kleider seien immer wieder geflickt und umgenäht worden. „Ab und zu kam auch etwas neues dazu.“ Jetzt soll der Fundus ausgemistet und durch neues ergänzt werden.

Auf dem Tisch im Pfarrhaus stapeln sich die Stoffe in blau, grün und rot. Anni Ganter hat einen goldenen Vorhang mitgebracht: „Der ist schön, da kann man sicher was draus machen.“ Viele der Stoffe kämen aus dem Hausgebrauch, erzählt Schrenk. Auch der Spitzenbesatz an einem weißen Gewand, von dem einige der Frauen begeistert sind, Marina Feger jedoch nicht allzu sehr: „Das Problem mit Spitze ist, dass die Kinder damit schneller irgendwo hängen bleiben“, wirft sie ein.

Als eine der Organisatorinnen der Sternsinger-Aktion kann sie genau sagen, was benötigt wird. Für vier Gruppen zu je vier Sternsingern benötige sie 16 Gewänder, sagt Feger – das sei das Minimum. Neben Schönheit steht vor allem das Praktische an oberster Stelle: „Die Kinder müssen in den Gewändern essen, durch den Schnee stapfen und auf die Toilette gehen können.“

Die anderen widmen sich derweil Anni Ganters goldenem Vorhang: Ob man da einen Umhang draus nähen könnte? Lieber nicht, findet Feger: „Die Umhänge sollten so leicht wie möglich sein, da sie den Kindern sonst gegen den Hals drücken.“ Das leuchtet ein – der Stoff wäre eher etwas für die Hüte, finden alle. Die sind ohnehin schwierig, da man sie nicht waschen könne, sagt Feger. „Ich wische sie immer ab, aber ganz sauber werden sie oft nicht mehr.“

Die Lieblingsgewänder der Sternsinger seien übrigens die ehemaligen Pfarrgewänder, verrät sie, weil sie einfach über die Jacke drübergezogen werden können und keine Untergewänder nötig sind. „Da die Gewänder lang sind, ist es das Privileg der Älteren, sie anzuziehen“, erzählt Marina Feger. „Die Kinder sind auch stolz darauf, wenn sie eines tragen dürfen.“

Pfarrgewänder inspirieren Näherinnen

Das bringt Anni Ganter und Rita Wintermantel auf eine Idee: Warum nicht ähnliche Gewänder nähen, die wie ein Poncho getragen werden können? Nach Augenmaß schneiden sie den Stoff zu, die anderen sind vom Versuchsmodell angetan: Leicht zu machen, einfach zu tragen, keine störenden Bändel am Hals. Bettina Schrenk hält prüfend eine Schmuckborte an den roten Stoff: „Das würde dazu gut passen.“

Ein solches Gewand in jeder Farbe, einigen sich die Frauen, wollen sie nähen – in verschiedenen Längen. Auch Umhänge und Röcke mit Gummizug, deren Länge man geschickt variieren kann, sollen entstehen. Nächstes Projekt: Die goldenen Kronen, die schlecht auf den Köpfen der Sternsinger halten. Ob da ein Wulst Abhilfe schaffen kann? Eins ist sicher: An Ideen, Kreativität und Enggagement wird dieses Problem nicht scheitern.

Fußnoten:

  1. ^ Zur Person:Anni Ganter (www.schwaebische.de)
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