Krefeld: Museum sucht Modemagazine

Krefeld. In der Bibliothek des Textilmuseums fehlen Ausgaben von „Brigitte“, Burda“ und „Sybille“. Von Petra Diederichs

Lange bevor Lifestyle in den deutschen Sprachgebrauch einging und als Fashion noch Mode hieß, trug der Zeitgeist den Namen Brigitte. Das Frauenmagazin hat die frühesten Wurzeln in Deutschland – es erschien erstmals 1886 unter dem Titel „Dies Blatt gehört der Hausfrau“. Ab 1952 war dies noch der Untertitel der „Brigitte“, bis er 1954 ganz wegfiel. Schon diese Entwicklung sagt eine Menge über den Geist jener Jahre aus. Die Inhalte von Mode- und Style-Zeitschriften sind längst auch bei Kulturhistorikern als Dokumentationen gesellschaftlichen Lebens anerkannt. Deshalb sind Modemagazine museumstauglich.

Das Deutsche Textilmuseum Krefeld verfügt über eine der größten deutschen Spezialbibliotheken zum Thema „Textil“. Ihr Bestand umfasst über 10.000 Monografien und zudem Fachzeitschriften, Modejournale sowie weitere Publikationen. Neben dem Museumsteam nutzen auch Experten und Studierende aus Europa, Asien und Amerika die Publikationen aus dem 17. bis 21. Jahrhundert regelmäßig unter anderem für Promotionen, Fachaufsätze und zur Vorbereitung von Ausstellungen. Manche der Zeitschriftenreihen sind allerdings nicht vollständig. „Wir suchen noch bestimmte Hefte beziehungsweise Jahrgänge der DDR-Zeitschrift ‚Sybille‘, der ‚Brigitte‘ und von ‚Burda‘, um unseren Bestand zu komplettieren“, sagt Museumsleiterin Annette Schieck.

Eine ähnliche Erfolgsgeschichte wie die „Brigitte“ hat auch „Burda“. Das Magazin, das heute den Zusatz „Style“ trägt, erschien als „Burda Moden“ 1950 erstmals – und war eine Revolution für alle Durchschnittsverdiener. Denn hier gab es Schnittmuster für jene Mode, die Mannequins auf Laufstegen und Titelblättern präsentierten, aber für die meisten Frauen im Nachkriegsdeutschland unerschwinglich waren.

Die Ausgaben, die dem Museum gestiftet werden können, sollten in gutem Zustand sein und keine Feuchtigkeitsschäden aufweisen. „Vor dem Versand oder der Abgabe im Museum sollten die Spender sich im Textilmuseum erkundigen, ob die eine oder andere Zeitschrift in der Zwischenzeit bereits eingegangen ist“, bittet Schieck.

Gesucht werden von der Zeitschrift „Sybille“: 1963 Heft 3, 4, 6; 1964 Heft 1, 2; 1966 Heft 2; 1970 Heft 1; 1976 Heft 4; 1980 Heft 5; 1986 Heft 6; 1989 Heft 1; 1990 Heft 2, 5, 6 sowie die kompletten Jahrgänge 1967, 1968, 1969, 1991, 1992, 1993, 1994. Ferner sucht das Deutsche Textilmuseum von der Zeitschrift „Brigitte“ die kompletten Jahrgänge 1956 bis 1972, 1975 bis 1976, 1981 bis 1984, 1990 bis 2007 und einzelne Hefte. Von der Zeitschrift „Burda“ fehlen im Museumsbestand die kompletten Jahrgänge 1957 bis 1964, 1969 und einzelne Hefte.

Die Bibliothek des Textilmuseums ist öffentlich. Nicht nur Experten und Studierende können her nach Anmeldung forschen, sondern alle, die sich für textile Themen interessieren.

Zudem sucht das Deutsche Textilmuseum für seinen Bestand ein gut erhaltenes FDJ-Hemd, DDR-Tricotagen in Originalzustand und ein Jeans-Outfit (hellblaue Jeansjacke und -hose), wie es zur Zeit des Mauerfalls getragen wurde. „Dies sind Zeitzeugnisse deutscher Geschichte, mit denen wir bisher nicht ausgestattet sind. Falls jemand so etwas abzugeben hat, möge er sich bitte auch erst an uns wenden, bevor er es spontan schickt“, sagt Schieck. Spender, die weiter entfernt wohnen, erhalten die Portokosten erstattet.

Kontakt: Das Museum ist unterTelefon 02151 9469450 zu erreichen.

Quelle: RP
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