Mädchen schneidern Unikate

Mädchen schneidern Unikate

Beelen (jus) – Seit Tagen rattert es im Jugendtreff: Gleich mehrere Nähmaschinen sind im Einsatz. Stoff wird geschnitten, gesteckt und anprobiert. Seit Montag sind vier Nachwuchsdesignerinnen am Werk. Unter Anleitung von Annegret Lindemann entwerfen und schneidern die Mädchen ihre eigene Kleidung.

Bild: Stempfle

Konzentriert an der Nähmaschine: Melanie (16) hat eine Carmen-Bluse entworfen, deren Ärmel noch genäht werden müssen.

Bild: Stempfle

Melanie ist schon ziemlich weit: Sie näht eine Carmen-Bluse mit großen Rüschen. Nur noch die Ärmel fehlen. Neben ihr sitzt Salome an der Kettel-Maschine. Die Zehnjährige hatte eigentlich ein Kleid entworfen. „Als ich die Teile der Modepuppe angesteckt habe, wurde mir klar, dass ein Zweiteiler mit Spitzeneinsätzen doch besser aussieht“, erklärt Salome.

Marie Luise und Anna Lena sind ihrem Entwurf treu geblieben. Die beiden Mädchen wollen Sommerkleider für sich nähen. „Bei jedem Stück handelt es sich um ein Unikat“, erklärt Designerin und Kursusleiterin Annegret Lindemann. Wichtig ist ihr, dass die Mädchen ihrer Fantasie freien Lauf lassen können. „Sie lernen, wie sie ihre Vorstellungen von einer Zeichnung über ein Schnittmuster bis hin zur fertigen Kleidung realisieren können“, so Lindemann, die bereits zahlreiche Kurse für Jugendliche angeboten hat.

Am Anfang jedes Workshops müssen die Teilnehmer ihren Körper vermessen, um ein Schnittmuster erstellen zu können, das genau zu ihnen passt. „So setzen sich die Jugendlichen mit ihrem Körper auseinander“, betont die Designerin. Die Mädchen haben gelernt, dass ihre Figuren nicht symmetrisch sind, dass man aber für jede Körperform ein gut sitzendes Kleidungsstück erstellen kann. I

m Vordergrund des Workshops, der vom Jugendtreff angeboten wird, stehe der Designprozess, das Nähen sei zweitrangig, sagt Lindemann. Deshalb sei es nicht hinderlich, wenn die Teilnehmer vor dem Kursus keine Erfahrung mit der Nähmaschine haben. „Die Grundzüge bringe ich ihnen bei“, sagt Lindemann, die den Mädchen mit Rat und Tat zur Seite steht. Sie hilft bei der Stoffauswahl, beim Experimentieren mit Farben und Materialien. „Die Mädchen sollen sich ausprobieren“, betont die Kursusleiterin.

Viel gelernt hat Marie Luise. Sie näht mit der Hand einen versteckten Reißverschluss in ihr luftiges Sommerkleid. Auch der Umgang mit der Nähmaschine schreckt sie nicht mehr. Nach dem Kursus will sie weiter nähen, genauso wie die anderen Teilnehmerinnen. „Aber erst helfe ich meiner Mutter. Die will Gardinen nähen“, sagt die Schülerin und lacht.

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