Aldi verbannt Plastiktüten – und geht noch einen Schritt weiter

Aldi Tüten Einweg MehrwegFoto: CC0/Pixabay / utopia

Aldi verabschiedet sich von Einwegtüten – künftig gibt es nur noch Mehrwegtaschen beim Discounter. Aldi ist damit der erste große Lebensmittelhändler in Deutschland, der komplett auf Einwegtüten an der Kasse verzichtet.

Mehrere Supermarktketten haben bereits Plastiktüten[1] aus ihren Filialen verbannt: Rewe,[2] Penny[3] und Real[4].[5] Aldi geht noch einen Schritt weiter: Der Discounter schafft alle Arten von Einwegtüten ab – auch solche aus Papier. Künftig wird es in den Filialen von Aldi Süd und Aldi Nord also nur noch Mehrwegtaschen geben.

„Wir gehen ganz bewusst einen Schritt weiter und verzichten nicht nur auf umweltbelastende Plastik-Wegwerftüten, sondern auch auf die vielerorts gängigen Papiervarianten. Diese bieten nämlich aufgrund ihres höheren Energie- und Wasserverbrauchs in der Produktion sowie der geringeren Haltbarkeit nach jetzigem Stand der Technik keine nachhaltige Alternative“, heißt es bei Aldi.

Aldi führt neue Mehrweg-Tragetaschen ein

Bei den Mehrweg-Tragetaschen achtet Aldi auf Nachhaltigkeit: Der Discounter wird eine neue Tragetasche einführen, die in Deutschland produziert wird und mit dem „Blauen Engel“[6] zertifiziert ist. Außerdem soll sie zu 80 Prozent aus recyceltem Material bestehen. Um welches Material genau es sich dabei handelt, hat Aldi noch nicht verraten. Allerdings hat der Discounter angekündigt, dass die neue Tragetasche die „preisgünstigste Alternative im bestehenden Mehrwegtaschenangebot“ werden soll.

Bis es soweit ist und alle Einwegtüten aus den Aldi-Supermärkten verschwinden, dauert es noch etwas. Aldi wird die neue Mehrwegtasche ab Oktober zunächst in den Filialen in München sowie bei Aldi Nord im Raum Berlin anbieten. Gleichzeitig sollen die Einwegtüten aus dem Sortiment verschwinden. Die Supermärkte in anderen Regionen sollen nach und nach folgen. Ende 2018 soll die Umstellung dann komplett vollzogen sein.

Bis dahin werden in den Aldi-Supermärkten weiterhin Einwegtüten verkauft. Der Discounter hebt die Preise für die Tüten jedoch bundesweit auf 20 Cent pro Tüte an. Die Einnahmen sollen vollständig an Umweltprojekte gehen, kündigte Aldi an[7].

Nicht nur bei Aldi: Die Plastiktüte wird zum Auslaufmodell

Auch viele Einzelhandels- und Modegeschäfte wie etwa Karstadt oder H&M erheben seit einiger Zeit zumindest Gebühren auf die Tüten. Zusammen mit der Ausmusterung der Plastiktüte durch Supermärkte hat das Wirkung gezeigt: Der Verbrauch von Plastiktüten in Deutschland ist drastisch gesunken[8] – aber trotzdem noch hoch.

Wünschenswert wäre auch, dass Supermärkte Plastikverpackungen in ihren Filialen reduzieren. Nach wie vor sind die Regale voll von Produkten mit Plastikverpackungen, viele davon wären gar nicht nötig. Rewe z.B. testet hierzu die Laser-Etikettierungvon Obst und Gemüse[9].

Statt Plastiktüten: Eigene Taschen mitnehmen

Auch als Kunden können wir selbst dazu beitragen, dass Einwegtüten und Plastikverpackungen überflüssig werden. Am umweltfreundlichsten ist es, wenn wir bei jedem Einkauf einfach selbst eine Tragetasche mitnehmen, einen Jutebeutel für Obst und Gemüse kann man leicht selber nähen. Mehr Tipps zu einem möglichst plastik- und verpackungsfreien Einkauf in unserer Bildergalerie „Verpackung vermeiden im Supermarkt“.[10][11]

Weiterlesen auf Utopia.de:

Quelle:

utopia.de

Fußnoten:

  1. ^ Plastiktüten (utopia.de)
  2. ^ Rewe, (utopia.de)
  3. ^ Penny (utopia.de)
  4. ^ Real (utopia.de)
  5. ^ . (utopia.de)
  6. ^ „Blauen Engel“ (utopia.de)
  7. ^ kündigte Aldi an (unternehmen.aldi-sued.de)
  8. ^ Verbrauch von Plastiktüten in Deutschland ist drastisch gesunken (utopia.de)
  9. ^ Laser-Etikettierungvon Obst und Gemüse (utopia.de)
  10. ^ Jutebeutel (utopia.de)
  11. ^ „Verpackung vermeiden im Supermarkt“. (utopia.de)
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