Umgang mit Nähmaschine: Selbst gemachte Mode in Aschersleben

Aschersleben –

Ganz konzentriert schiebt die neunjährige Tracy den bunten Stoff vor sich her, den Fuß auf einem kleinen Pedal unter dem Tisch. Die Nähmaschine rattert im Takt, als sie den Faden durch den Stoff schießt – schneller, als das Auge es wahrnehmen kann. Nur am Ende des Stoffs muss Kursleiterin Ivonne Winter helfen. Vorwärts, rückwärts, zwei bis drei Mal wird der Faden verriegelt. „Damit die Naht nicht wieder aufgeht“, erklärt Tracy.

Sie ist eine der Teilnehmerinnen, die in dieser Woche den Nähkurs in der Kreisvolkshochschule in Aschersleben besucht haben. Und sie haben eins gemeinsam: Vor dem Kurs hat niemand von ihnen jemals an einer Nähmaschine gearbeitet.

„Deswegen fangen wir mit einfachen Sachen an“, erklärt Ivonne Winter. Das erste Stück, das entsteht, ist ein Loop – ein Schlauchschal, der aus einem einzigen Stück Stoff genäht wird. Tracy hat sich für einen schwarzen mit bunten Peace-Zeichen entschieden, genau wie ihre Freundin Emely (neun Jahre alt). Zuerst muss der Stoff zu einem Rechteck geschnitten werden, danach wird er längs gefaltet, und zwar so, dass die bedruckte Seite innen liegt.

Die offene Seite näht Tracy dann zusammen und ist überrascht, wie gut das funktioniert. „Als ich den Stoff festgesteckt habe, war ich ein bisschen aufgeregt, ob es denn auch etwas wird“, gibt die Grundschülerin zu. Aber mit ein bisschen Hilfe von Ivonne Winter klappt das schon sehr gut.

„Schön langsam den Stoff schieben, damit die beiden Lagen übereinander bleiben“, sagt die Kursleiterin. Tracy und Emely sind froh, dass sie den Kurs besucht haben. „Wir wollten das schon immer mal ausprobieren“, sind die beiden Mädchen sich einig und konzentrieren sich wieder auf ihre Schals.

Die 16-jährige Lucy ist mit ihrem gepunkteten Loop schon ein Stück weiter als Emely und Tracy. Sie hat die lange Naht geschafft, ebenso sind die beiden kurzen Seiten geschlossen und miteinander vernäht. Fast jedenfalls, denn das gute Stück muss nun noch auf rechts gedreht werden.

Ivonne Winter zeigt der Schülerin, wie sie die letzten Zentimeter per Hand vernäht – und zwar so, dass die Naht später nicht sichtbar ist. „Ich wollte das Nähen schon immer lernen, mit meiner Oma habe ich es zu Hause auch schon mal ausprobiert. Allerdings nicht mit der Nähmaschine“, erklärt Lucy nebenbei.

Besonders stolz sind die Mädchen darauf, ihren Familien zu Hause zeigen zu können, was sie selbst im Kurs angefertigt haben. Nicht nur den Loop dürfen sie mitnehmen, auch kleine Täschchen, eine Mütze und ein Rock sind in dieser Woche in der „Nähstube“ entstanden.

„In dem vorherigen Kurs, in dem erfahrene, ältere Näherinnen waren, haben wir auch die Wünsche der Teilnehmerinnen umsetzen können“, sagt Ivonne Winter. „Da wurden sogar Utensilos und Turnbeutel mit Kordeln als Träger genäht.“ (mz)

Quelle:

www.mz-web.de

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