Lebendige und faszinierende Geschichte in Meppen

Während in Europa der Siebenjährige Krieg tobt, ringen Engländer und Franzosen zeitgleich um die Vorherrschaft in Nordamerika. Das inzwischen schon traditionelle Museumsfest „ZeitSprünge“[1] bietet immer wieder Geschichte zum Anfassen und Erleben. „Dieses Mal hatten wir auch nur wenige feste Punkte im Programm, die Darsteller sollten spontan Szenen spielen“, erläuterte Museumsleiterin und Organisatorin Silke Surberg-Röhr.

100 Historiendarsteller

Fast 100 Historiendarsteller waren auf dem Gelände an der Koppelschleuse zu sehen und hatten ihr Lager aufgebaut. Als Siedler, Händler, Trapper, Handwerker, Indianer und Soldaten erweckten sie diese Epoche zum Leben. In originalgetreuer Kleidung zeigten sie den Besuchern ihr Tagwerk, stritten, feilschten, handelten und präsentierten historisches Handwerk.

Widrige Witterung

Für die Besucher, die trotz der teilweise widrigen Witterung kamen, immerhin schien am Samstagnachmittag für ein paar Stunden die Sonne, war es wieder ein einmaliges Erlebnis. Die Laiendarsteller beantworteten geduldig und fachlich versiert die vielen Fragen. Und natürlich konnten Erwachsene und Kinder zum Beispiel in der Seilerei ihr eigenes Tau herstellen, interessierten sich vor allem die Frauen für Schmuck, Kosmetik und Schnittmuster, ließen sich viele auch die Funktion der damaligen Vorderlader zeigen.

Entdecker James Cook

Und wer wollte, hörte sich den interessanten Vortrag von Andreas Zinn-Wellstein an, der über den Forschungsreisenden Georg Forster erzählte. Forster begleitete damals den Entdecker James Cook auf seinen Reisen und machte genaue Aufzeichnungen über Tiere, Pflanzen und Menschen.

Übrigens auch eine hochaktuelle Veranstaltung, denn während in Europa der Siebenjährige Krieg 1756 bis 1763 tobte, „wurden in Übersee die Stellvertreterkriege mit Einbindung der Indianer geführt“, erklärte Silke Surberg-Röhr. Ähnlich wie heute Stellvertreterkriege im Nahen Osten geführt werden. Geschichte wiederhole sich immer wieder.

Weniger Militärdarsteller

So war auch die Schlacht um das Fort William Henry ein Highlight dieser zweitägigen Veranstaltung. „Wir haben mit ehrenamtlichen Mitarbeitern einen ganzen Tag lang das Fort aufgebaut, um möglichst realistisch zu zeigen, wie 1760 in Nordamerika gekämpft wurde“, so Surberg-Röhr. Ziemlich realistisch wurde danach im Feldlazarett die Behandlung verletzter Soldaten gezeigt. Als die Engländer gegen die Franzosen und Indianer verloren und das Fort aufgeben mussten, wurden die Überlebenden anschließend in den Wäldern des heutigen Kanadas gejagt und niedergemetzelt. „Insgesamt aber haben wir bewusst wenige Militärdarsteller im Programm gehabt, dafür aber viele gute Händler, um die Besucher mit auf eine fantastische Zeitreise in das 18. Jahrhundert zu nehmen“, zog Silke Surberg-Röhr ein positives Fazit dieser zweitägigen lebendigen Geschichtsveranstaltung.


Quelle:

www.noz.de

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s