Villingen-Schwenningen: Integration mit der Nähmaschine – Villingen-Schwenningen

Das Enactus-Team (von links) mit Jennifer Messner, Fatima Carias, Chiara Renna, Laura Leibiger, Verena Baiz und Milan Stoijanovikj wird unterstützt von Joachim Spitz und Sabine Braun. Fotos: Pohl Foto: Schwarzwälder-Bote

Das Enactus-Team (von links) mit Jennifer Messner, Fatima Carias, Chiara Renna, Laura Leibiger, Verena Baiz und Milan Stoijanovikj wird unterstützt von Joachim Spitz und Sabine Braun. Fotos: Pohl Foto: Schwarzwälder-Bote

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Das „Enactus“-Team (von links) mit Jennifer Messner, Fatima Carias, Chiara Renna, Laura Leibiger, Verena Baiz und Milan Stoijanovikj wird unterstützt von Joachim Spitz und Sabine Braun. Fotos: Pohl Foto: Schwarzwälder-Bote

Wenn Syrerinnen „Däschle“ nähen, Studenten dieses Projekt koordinieren und das Amt für Jugend, Bildung[1], Integration und Sport sowie die ProKids-Stiftung unterstützen, dann wird Integration gelebt.

VS-Schwenningen. Einmal die Woche sitzen fünf Syrerinnen – manchmal sind es auch sechs – um eine Nähmaschine im ProKids-Café herum und produzieren fleißig kleine Täschchen. Doch das sind nicht irgendwelche Taschen, die in etwa die Größe eines Kulturbeutels haben. Es sind „Däschle“ aus Recyclingmaterial, wie zum Beispiel Verpackungen von Schokoriegeln.

„S’Däschle“ heißt auch das Projekt, das Studenten der Hochschule Furtwangen am Campus Schwenningen ins Leben gerufen haben. Nach Angaben von Projektleiterin Fatima Carias seien die Materialien natürlich nicht gebraucht, sondern hätten lediglich Produktionsfehler, wie zum Beispiel Fehldrucke. Rund 25 dieser „Däschle“ produzieren die Frauen an zwei Nähtagen, also innerhalb von zwei Wochen. Die gesamte Organisation von Produktion, Vermarktung und Verkauf erfolgt innerhalb des Studentenprojekts. Das „Enactus“-Team besteht laut Laura Leibiger aus 30 Mitgliedern, die hauptsächlich International Business Management studieren. Und genau so international wie das aktuelle Taschenprojekt, ist auch dieses Team. „Wir haben Studenten aus Mazedonien, El Salvador und Ägypten in unseren Reihen“, berichtet Laura Leibiger.

Die Idee des Projektes selbst stammt aber nicht von dem jetzigen Team. „Die Idee ist in einem Vorsemester entstanden, allerdings lief das nicht wirklich an“, sagt Leibiger. Einen richtigen Aufschwung gab es nach der Verleihung des Paul-Harris-Preises. Dort zählte „Enactus“ zu den fünf Nominierten. Die Auszeichnung räumten sie zwar nicht ab, aber im Nachhinein nach eigenen Angaben einen „wertvolleren Preis“. Bei der Verleihung lernten sie Joachim Spitz, den Paul-Harris-Preisträger, kennen und erzählten ihm von ihrer Suche nach geeigneten Produktionsräumen. „Diese hatte ich parat“, sagt Spitz. Er bot ihnen das ProKids-Café im Uhrwerk in der Bürkstraße an – kostenfrei. „Es ist ein soziales Projekt. Da verlange ich doch keine Miete“, betont Spitz. Das handhabe er je nach Möglichkeiten der Interessenten immer so. „Koordiniert werden die Termine von Alexander Gary. Er hat bei Anfragen den Belegungsplan parat.“

Unterstützung gab es zusätzlich von der Volkshochschule, die eine Nähmaschine spendierte. Diese soll nach Angaben von Joachim Spitz auch im Besitz der Projektgruppe bleiben. Außerdem wurden weitere Nähmaschinen bereits versprochen.

Um das Integrationsprojekt, von dem auch Sabine Braun, stellvertretende Amtsleiterin für Jugend, Bildung, Integration und Sport, begeistert ist, am Leben zu erhalten, sucht das Team um Fatima Carias weitere Helfer. „Wir könnten Ehrenamtliche brauchen, die insbesondere in den Semesterferien die Näharbeiten der syrischen Frauen betreuen“, sagt Verena Baiz. „Wenn wir zweieinhalb Monate im Sommer weg sind, weil keiner von uns tatsächlich aus Villingen-Schwenningen kommt, leidet das Projekt darunter“, ergänzt Laura Leibiger. Zufrieden sind die Projektmitglieder bislang aber allemal. „Wir haben erst einmal ordentlich investieren müssen, haben das Team vergrößert und viel Zeit hineingesteckt. Aber durch die Anerkennung und die Unterstützung die wir bekommen, wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Leibiger.

Fußnoten:

  1. ^ Bildung (www.schwarzwaelder-bote.de)
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