Lokales / Zollernalbkreis / Nähen von BHs war gestern / ZOLLERN-ALB-KURIER

von IHK-Pressemitteilung  

Vier Wissenschaftler der Universität Tübingen, der Hochschule Reutlingen sowie der Hochschule Albstadt-Sigmaringen haben die diesjährige Auszeichnung „Exzellenter Technologietransfer Neckar-Alb“ der IHK Reutlingen erhalten.

Bei der Preisverleihung (von links): Frank Ganssloser, Avat Automation, IHK-Geschäftsführer Dr. Wolfgang Epp, Tina Kurrle, NTT New Textile Technologies Balingen, Professor Matthias Kimmerle, Hochschule Albstadt-Sigmaringen, Dr. Bernd Villhauer, Weltethos Institut, Hans Bauer, NTT New Textile Technologies, Professor Wolfgang Rosenstiel, Uni Tübingen, Professor Matthias Premer, Hochschule Albstadt-Sigmaringen, Professor Gerhard Gruhler, Hochschule Reutlingen, Dr. Stefan Engelhard, IHK Reutlingen. Foto: Trinkhaus Fotografie

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung der IHK-Innovationstage im Tübinger Weltethos-Institut wurden drei regionale Projekte aus der Textil- sowie Automatisierungsbranche gewürdigt. Der Preis ehrt hiesige Forscher, die außerordentlich engagiert mit Unternehmen aus Neckar-Alb zusammenarbeiten. Diese unterstreiche das hohe Innovationspotenzial in der Region, betonte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Wolfgang Epp bei der Verleihung.

Die Region Neckar-Alb sei europaweit Innovationstreiber in der Textilindustrie und habe einen Spitzenstatus, wenn es um komplexe Automatisierungslösungen bei maschinellem Lernen gehe. Für das Projekt „InPrint Tex“ wurde Professor Matthias Kimmerle von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen geehrt. Unter seiner Leitung entstand beim Balinger Unternehmen NTT New Textile Technologies ein neuartiges Verfahren, das es erlaubt, thermoplastische Kunststoffe mittels 3-D-Druck auf und in Textilflächen zu bringen. Konkret wird dieses Verfahren bei Kunststoffbügeln und Mittelstegen von BHs eingesetzt. Diese sind nun so mit dem Textil verbunden, dass sich bei der Konfektion des BHs das aufwendige Nähen erübrigt. Durch die neue Verfahrenstechnik habe das Unternehmen an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen, vier neue Mitarbeiter aus dem Umfeld der Hochschule Albstadt-Sigmaringen wurden laut Pressemitteilung zusätzlich eingestellt. Auch beim zweiten ausgezeichneten Projekt handelt es sich um eine BH-Innovation. Diplom-Ingenieur Kai Nebel und Diplom-Ingenieurin Hannelore Stäb, beide von der Hochschule Reutlingen, arbeiteten mit dem Albstädter Wäschehersteller Nina von C. an neuen Materialen und Verfahren für BH-Schalen.

Den Forschern gelang es, nichtvergilbende BH-Cups zu entwickeln und die Fertigung so umzustellen, dass BH-Cups paarweise mit integriertem Mittelsteg ohne den Einsatz von Metall oder Kunststoffbügeln produziert werden können. Die neuen Materialien sind schadstofffrei, atmungsaktiv und gut waschbar, zudem kann so die Produktionszeit der BH-Schalen um die Hälfte reduziert werden. Dritter Preisträger ist Professor Andreas Zell, Universität Tübingen. Der Informatiker forscht im Bereich der kognitiven Systeme. Seine Erkenntnisse wurden von zwei regionalen Firmen in praktische Anwendungen umgesetzt.

Die Intelligenz eines fahrerlosen Transportsystems, das europaweit für den Containertransport in Krankenhäusern zum Einsatz kommt, wurde durch seine Forschung wesentlich erhöht.

Zusätzliche Sensoren und Algorithmen machen es möglich, dass der Roboter Menschen nicht als gewöhnliches Hindernis erkennt und autonom navigieren kann. Hersteller des Roboters ist die Reutlinger Firma E&K Automation. Auch der E-Rollator der Firma Bemotec, Reutlingen, wurde durch die Forschung Zells um einen Mobilitätsassistenten ergänzt. Der elektrische Rollator befähigt gehbehinderte Menschen, auch in hügeligem Terrain selbstbestimmt mobil sein. Durch die neue Technik können nun auch sehbehinderte und demente Personen selbstständig unterwegs sein, da der Mobilitätsassistent Hindernisse erkennt, beispielsweise bei Bordsteinen bremst oder die Person zu Zielorten navigieren kann.

Wirtschaft und Wissenschaft nominieren

Preis Die Auszeichnung „Exzellenter Technologietransfer Neckar-Alb“ der IHK würdigt seit 2014 Wissenschaftler für ihren konkreten Einsatz beim Technologietransfer. Die drei Preise sind jeweils gleichrangig. Sie sind undotiert. Die Preisträger werden von einer Jury aus Wirtschaft und Wissenschaft ermittelt.

Quelle:

www.zak.de

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