Wohnen in Hanau: 250 neue Wohneinheiten

Der Bauboom in Hanau geht weiter: Die Stadtverordnetenversammlung hat am Montagabend die Pläne für zwei neue Projekte im beschleunigten Verfahren auf den Weg gebracht. Insgesamt sollen 250 neue Wohneinheiten geschaffen werden, in der Innenstadt sowie in Wilhelmsbad. Die Verkaufs- beziehungsweise Mietpreise sind noch unklar. Allerdings dürfte es sich um Angebote für Besserverdiener handeln, auch weil die beiden Projektentwickler hohe Investitionssummen angeben.

Die Kleespies Projekt Region Hanau GmbH aus Jossgrund will auf dem 1,2 Hektar großen Areal an der Hochstädter Landstraße, auf dem früher die traditionsreiche Bekleidungsfirma J. Philipp Anzüge fertigte, nach eigenen Angaben 30 Millionen Euro investieren. Das Grundstück befindet sich in der Nähe des Kurparks Wilhelmsbad.

Unter den 90 Wohneinheiten soll es 80 barrierefreie Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen geben sowie zehn Einfamilienhäuser, sogenannte Kettenhäuser. Als Parkmöglichkeit werden zwei Tiefgaragen dienen. Der alte Baumbestand solle „weitestgehend erhalten bleiben“. Weil das Grundstück neben der Bahnstrecke Hanau-Frankfurt liegt, wird wohl eine Lärmschutzwand gebaut. Reiner Wegener (SPD), Stadtverordneter und Vorsitzender des Ortsbeirats Nordwest, lobt das Projekt: „Besser hätte es gar nicht klappen können“, sagt er. Womöglich, so Wegener, hätte sonst ein längerer Leerstand gedroht.

Angebote für Gutverdiener

Zarife Bulut und ihre Kollegin Christa Martin von der Alternativen Linken Fraktion hingegen haben als einzige gegen den Bebauungsplan gestimmt. Bulut kritisiert, dass erneut nur hochpreisige Eigentumswohnungen entstünden; Gering- und Durchschnittsverdiener würden sträflich vernachlässigt. Zudem gibt sie zu bedenken, dass das Areal auch alternativ hätte genutzt werden können, zum Beispiel als Ort für Handwerk und Kunst.

Das Gelände und die Immobilien dort werden seit etwa zwei Jahren nicht mehr genutzt. Bis dahin war dort das in den 1930er Jahren gegründete Unternehmen J. Philipp tätig. Nach dem Verkauf an die Firma Clinton 2013 und einem Weiterverkauf geriet das Familienunternehmen in Turbulenzen und musste Insolvenz anmelden. Die dubiosen Vorgänge von damals – so wurden etwa Maschinen und Schnittmuster abtransportiert – sind bis heute nicht restlos aufgeklärt. Fast 80 Beschäftigte verloren ihren Arbeitsplatz.

Unternehmer Frank Kleespies, der nun auf dem Philipp-Gelände bauen will, hat in Hanau bereits einige Projekte verwirklicht, vor allem im höherpreisigen Segment, zum Beispiel im Baugebiet Im Venussee.

An der Willy-Brandt-Straße nehmen derzeit noch Parkplätze eine 0,8 Hektar große Fläche ein, auf der bald zwei viergeschossige Wohn- und Geschäftsgebäude mit insgesamt 160 Wohneinheiten entstehen sollen. Investor Isa Utay plant nach eigenen Angaben Mietwohnungen und will ebenfalls etwa 30 Millionen Euro investieren. Das Projekt wird an einer zentral gelegenen Stelle verwirklicht: zwischen dem Kurt-Blaum-Platz und der Ehrensäule. Der Weg in die Stadtmitte ist also kurz, genauso wie jener zum Hauptbahnhof.

Die Geschäfte sind für das Erdgeschoss vorgesehen. Darüber hinaus ist eine Tiefgarage für die notwendigen Autostellplätze geplant, rund 150 an der Zahl. Für die Autos gilt damit ein niedriger Stellplatzschlüssel, wodurch der Investor etwa auf ein weiteres Tiefgaragengeschoss verzichten kann. Die Ladenzeile soll zum Beispiel an Metzger, Bäcker oder Versicherungsfilialen vermietet werden.

Quelle:

www.fr.de

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