Kissen nähen mit besonderer Botschaft

Im Rahmen der „Woche gegen Krebs“ haben Frauen gestern zu Nadel und Faden gegriffen

Weißensee. Ihren Nachmittag hätte Petra Kupper gestern auch mit Einkaufen oder Wäsche waschen verbringen können. Die Frau aus Ostramondra aber, die im Sömmerdaer DRK-Krankenhaus im Controlling arbeitet, entschied sich für einen Herzkissen-Workshop im „3B“ auf der Runneburg in Weißensee. „Das ist doch für einen guten Zweck, da helfe ich gern“, erzählte sie, während sie das Garn an der Nähmaschine auf den Halter setzte.

Der Workshop ist Teil der „Woche gegen Krebs“, die das Brustzentrum des DRK-Krankenhauses Sömmerda noch bis zum 23. Juni ausrichtet. Über 20 Frauen, darunter Patientinnen, Mitglieder der Sömmerdaer Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs, aber auch Ärztinnen und Schwestern setzten sich gestern in Weißensee an die Nähmaschine. Unter fachlicher Anleitung von Schneiderin Steffi Goldschmidt entstanden Herzkissen.

Die erfüllen gleich mehrere Funktionen. Jede Patientin im Brustzentrum des DRK-Krankenhauses erhalte ein solches Kissen. „Es ist nicht nur ein Herz, wir wollen damit auch zeigen, dass unsere Hilfe von Herzen kommt“, erzählt Elfi Ortlepp, die Leiterin der Selbsthilfegruppe die Bedeutung. Wichtig ist darüber hinaus die besondere Form des Kissens. „Es hilft Brustkrebspatientinnen, die Schmerzen und Spannungen nach dem chirurgischen Eingriff zu minimieren, sowie größere Schwellungen unter dem Arm zu lindern“, berichtet sie weiter.

„„Wir wollen zeigen, dass die Hilfe von Herzen kommt.““ Elfi Ortlepp, Leiterin der Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs

Die Idee, die ursprünglich aus Dänemark stamme, griffen die Frauen vor einigen Jahren auf.

Dass sie im Brustzentrum gut ankommen, weiß Frauenärztin Jeanine Kruspe zu berichten. „Gut 100 Kissen werden jedes Jahr an unsere Patientinnen verschenkt.“ Die Kontakte zur Selbsthilfegruppe sind eng. Seit vielen Jahren bestehe eine Kooperation.

Auch die Ärztin freute sich, dass der Nähkurs gestern auf gute Resonanz gestoßen war und der Thepra Landesverband die Schneiderin und die Räume in der Runneburg kostenfrei zur Verfügung gestellt hatte.

Die Frauenselbsthilfegruppe, die 2009 gegründet wurde und der aktuell etwa 35 Mitglieder angehören, trifft sich immer am 1. Montag des Monats im Gemeindezentrum am Markt 5 in Sömmerda. Die Angebote richten sich dabei an alle Krebspatienten sowie deren Angehörige, sagt Elfi Ortlepp. Als selbst Betroffene weiß sie, wie wichtig die gegenseitigen Treffen und Gespräche sind.

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