Deutsch-Holländischer Stoffmarkt bietet große Auswahl

Von Eva Pfeiffer

GIESSEN – „Weil handgemacht glücklich macht“ prangt auf einem Banner am Stand von Vidalina Martin. Für sie ist das mehr als nur ein Werbeslogan. „Das Gefühl, wenn ich mit meinen eigenen Händen etwas hergestellt habe, ist etwas ganz Besonderes.“ Bei gekaufter Ware bekomme sie das nicht. Und deshalb häkelt Martin, die in ihrer Heimatstadt Bielefeld das Handarbeitsgeschäft „ideenreich“ betreibt, auch fleißig selbst – „immer und überall“. Auch am Sonntag während des Deutsch-Holländischen Stoffmarkts lag die Häkelnadel immer griffbereit, um zwischen zwei Kunden an den nächsten Maschen zu werkeln.

Vidalina Martin war eine von vielen Ausstellern, die die Innenstadt in ein buntes Farbenmeer verwandelten. Knallbunter Jerseystoff, bedruckt mit Erdbeeren, Autos oder Sternen war neben Strick- und Häkelgarn drapiert. Außerdem gestreifte, gepunktete oder karierte Stoffbahnen aus Fleece, Gardinenstoffe oder Wachstuch – für jeden Geschmack und jeden Bedarf war etwas dabei.

Bei Udo Feltes gibt es zum Beispiel Leder und Korkstoff zu kaufen. Korkstoff? „Ja, das ist zur Zeit ein Boom“, versichert Feltes. Um den Trendstoff zu verarbeiten, braucht es übrigens kein spezielles Zubehör. „Das geht mit den ganz normalen Nadeln“, erklärt der Händler aus Wittlich, der für sämtliche deutsch-holländische Stoffmärkte quer durch die Republik reist.

Männer halten sich zurück

„Musselinstoff ist zurzeit ebenfalls sehr beliebt“, weiß Sandra Kühnel vom Stoffladen „Zebrabeere“ aus Herne. Normalerweise mache man daraus Spucktücher für Babys, aber gerade für die warme Jahreszeit sei er toll für Klamotten geeignet. Ansonsten halte ein Trend nach wie vor an: Einhörner. Und tatsächlich finden sich die begehrten Fabelwesen gleich an mehreren Ständen auf den Stoffen und ziehen viele der überwiegend weiblichen Besucher an. Die Männer hielten sich eher dezent im Hintergrund – und warteten nicht selten, bepackt mit Kindern und Einkaufstüten, abseits vom Trubel auf ihre Begleiterinnen.

Neben einer großen Auswahl an Stoffen konnten sich die Besucher auch gleich mit dem notwendigen Zubehör eindecken. Bunte Bänder, Reißverschlüsse oder Bügelbildchen wanderten ebenso in die Einkaufstaschen wie Knöpfe und Garn. Und wer noch nicht genau wusste, was er mit den Stoffbahnen anfangen soll, der konnte auch Schnittmuster erstehen. Selbst komplette Näh-Sets mit Material und Anleitung wurden angeboten. Kein Wunder, dass man bei der großen Auswahl schnell den Überblick verlieren und in einen regelrechten Kaufrausch geraten konnte.

Wie schnell das geht, wissen wohl auch die Standbetreiber und so konnte man meist sogar mit EC-Karte bezahlen. „Eigentlich wollte ich nur Stoff für zwei Kleider kaufen“, sagt Steffi Arendt und zeigt auf die zwei vollen Plastiktüten mit deutscher und niederländischer Flagge. Jetzt sei es doch etwas mehr geworden. „Aber sonst findet man ja nicht so viel auf einmal. Hier bekomme ich Stoffe, die ich sonst bestellen müsste“, freut sich die junge Frau. Und vielleicht auch ihre kleine Tochter. Vor allem für sie ist nämlich die selbst genähte Kleidung bestimmt.

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