Frauen nähen fürs Ortsjubiläum: 3,6 Kilometer Wimpelkette fertig

Finale für ein Mammutprojekt: Diese neun Frauen – Katrin Rösler, Silke Schedler, Mareen Sammler, Christine Wunderlich, Wirtin Petra Hoffmann, Petra Weidelt, Heike Hutschenreuter, Jessica Weidelt und Angela Lindner (von links) – haben sich in den vergangenen Monaten regelmäßig im Sportlerheim getroffen, um fürs Ortsjubiläum zu nähen. Nun ist die 3,6 Kilometer lange Wimpelkette fertig.

Foto: Ellen Liebner

Fünf Monate haben neun Frauen der Initiative für Theuma an ihrem Beitrag zur 750-Jahr-Feier Ende August gebastelt. Davon profitieren wird das ganze Dorf.

Von Sylvia Dienel
erschienen am 16.06.2017

Theuma. Das große Fest kann kommen. Neun Frauen der Initiative für Theuma haben daran maßgeblichen Anteil. Seit Januar trafen sie sich in zweiwöchigem Turnus für jeweils drei Stunden im Sportlerheim, stellten bei laufendem Betrieb Tische zusammen, nähten und schnitten. Das Ergebnis wird wohl in die Ortsgeschichte eingehen: Eine 3,6 Kilometer lange Wimpelkette entstand auf diese Weise. Anlass ist die 750-Jahr-Feier Ende August.

Vorgestern rückten die Frauen ein letztes Mal zusammen – für den Zieleinlauf. Das heißt, mit vereinten Kräften und fünf Tischnähmaschinen nahmen die letzten elf Teilketten Gestalt an. Jede misst 20 Meter und ist mit 100 Wimpeln bestückt. Aneinandergelegt ergeben alle Teilketten die stattliche Kilometerzahl. Bis zum Endspurt wartete der Verein Initiative für Theuma aber nicht, um den Schmückstoff unter die Leute zu bringen. Die Abgabe ist kein Verkauf im herkömmlichen Sinne: Als Gegenleistung für Wimpelketten werden Spenden entgegengenommen. „Je nachdem, wie viel jeder geben will“, sagte Mitorganisatorin Jessica Weidelt. Das gesammelte Geld will der Verein an das Rathaus zur Festfinanzierung weiterleiten. „Die Grundschule haben wir schon mit zehn Ketten versorgt“, freut sie sich.

Entstanden ist die Wimpel-Idee am Vereinsstammtisch. Ursprünglich setzte man sich ein noch ehrgeizigeres Ziel und peilte sechs Kilometer an. „Beim Abfahren der Hauptstraße haben wir dann aber gemerkt, dass es nicht zu schaffen ist“, erzählte Jessica Weidelt. „Wir haben alle auch noch einen Beruf und Familienleben.“ Was manche Frauen trotzdem nicht daran hinderte, in den eigenen vier Wänden zu Schere, Faden und Wimpelstoff zu greifen. Letzterer stammt von Freunden und Bekannten, tortengroße Bandrollen von einer Firmenauflösung. „Die sind uns kostenlos überlassen worden“, sagte Jessica Weidelt. „Ansonsten wäre das nicht machbar gewesen.“

Stoff kam nach dem Aufruf weitaus mehr zusammen als benötigt. Erste Ideen für die Resteverwertung gibt es bereits. In den Umzug will sich der Verein mit zwei Festwagen einreihen, und dafür werden Puppen gebraucht. „Vor dem Wasserleitungsbau und danach“, soll das Thema heißen. „Eine Wasserleitung ist in Theuma wahrscheinlich 1958 gebaut worden“, mutmaßte Vereinschef Ulf Weidelt. „Bis dahin haben alle aus Brunnen geschöpft.“

Wimpelketten können unter der Rufnummer 0176 82051232 bestellt werden.

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