Rheinfelden: 227 Jahre, aber kein altes Eisen

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

13. Juni 2017

Zum heutigen Tag der Nähmaschine besuchte die Badische Zeitung Handarbeitsläden in Rheinfelden.

RHEINFELDEN. Er ist kurios und weitestgehend unbekannt, doch es gibt ihn: Der heutige 13. Juni ist der „Tag der Nähmaschine“. Vor genau 227 Jahren ließ der Engländer Thomas Saint sein Holzmodell der ersten Nähmaschine patentieren, die ursprünglich Schuhmachern als Werkzeug dienen sollte. Im frühen 19. Jahrhundert wurde noch überwiegend von Hand genäht, geübte Schneider schafften dabei bis zu 30 Stiche pro Minute. Mit dem Beginn der Industrialisierung stieg jedoch der Bedarf an effizienteren Produktionsmethoden, was nur durch die Entwicklung schneller und praktikabler Nähmaschinen ermöglicht werden konnte. Moderne Maschinen schaffen mittlerweile über 1000 Stiche pro Minute.

Klothilde Steinegger, Inhaberin des Geschäftes „Bunte Nadel“ in der Innenstadt von Rheinfelden, weiß, was Nähmaschinen auf dem Kasten haben: „Das hängt in erster Linie natürlich von dem Modell ab, aber in der heutigen Zeit gibt es kaum etwas, das nicht mit der Maschine genäht werden kann. Selbst Knöpfe bringe ich nicht mehr von Hand an.“ Wolle man sehr dicke Materialien oder viele Stofflagen verarbeiten, benötige man jedoch spezielle Technik. „Normale Apparate schaffen das in der Regel nicht, dafür gibt es dann richtige Industrienähmaschinen.“ Eine gute Maschine allein garantiere aber noch kein überzeugendes Endprodukt: „Auch die ausgewählten Stoffe und Garne spielen eine große Rolle. Da die Möglichkeiten bei der Materialwahl vielfältig sind, ist meist für jeden etwas dabei – vorausgesetzt, man hat ein paar Ideen und vor allem Freude an der Handarbeit“, meint Steinegger, die ihr Hobby mit der Eröffnung der „Bunten Nadel“ vor sechs Jahren zum Beruf gemacht hat.

Auch Cornelia Sukenik, Leiterin des Textilgeschäftes „Wolle & Schönes“, übt ihre Leidenschaft beruflich aus. In diesem Laden ist der Name Programm: Neben einer großen Auswahl an Wollsorten gibt es Stoffe, handgemachte Dekoartikel und Hilfestellung bei Fragen rund ums Thema Stricken, Häkeln und Nähen. „Für meinen Gebrauch reicht eine einfache Singer-Nähmaschine aus; damit fertige ich am liebsten das, was ich immer gebrauchen kann: Taschen!“, lacht Sukenik. Im Sommer produziert sie vor allem leichte Schals, Bücherwürmer oder Kissenbezüge. Andererseits gebe es auch Menschen, die im Sommer bereits Mützen und Handschuhe für den Winter nähen. „Es kommen auch junge Frauen und Männer zu uns und holen sich Rat.“

Dass man mit den nötigen Utensilien, Zeit und Spaß die gesamte Wohnung umdekorieren kann, zeigt Klothilde Steinegger. „Ob Badetaschen, Kissenbezüge, Tischläufer und Picknickdecken aus Wachstuch, Hüllen für Windlichter oder einfach Badekleidung – auch im Sommer sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.“

Obwohl die Angebotsvielfalt des Internets eine Bedrohung für kleine Einzelhandelsgeschäfte darstelle, ist sich die Ladeninhaberin sicher: „Solange unsere Kunden die persönliche Beratung, die Atmosphäre und sichtbare Qualität in Läden wie unserem schätzen, wird der Fachhandel auch nicht in Vergessenheit geraten. Wie sähe unsere Innenstadt ohne bunte, liebevoll gestaltete Schaufenster aus?“

Autor: Anna Uhlmann

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s