Aus verrückten Ideen wird ein Label – Lajcc

Einfache, schlichte Schnitte. Bequeme Kleidungsstücke. Ein Teil, das fürs Büro, aber auch für unterwegs oder Zuhause passt. So beschreiben die drei Frauen die Modelle ihres Modelabels lajcc. „Wir wollen, dass man sich ein Teil überstreift und sofort fertig angezogen ist“, sagt Andrada Cretu. So entstand schon das erste Kleidungsstück, ein Kleid aus grauem Jersey-Stoff, das wegen des einfachen Schnitts nur „The Dress“ heißt.

Start „Andrada legte den Stoff damals einfach auf den Boden und fing an, direkt darauf zu zeichnen“, erinnert sich Mutter Luminita Ciuflea. „Sie hat nicht mal ein Schnittmuster gemacht!“ Das entstand erst später. Zusammen mit zahlreichen weiteren Kleidungsstücken.

Mode Zu Anfang konzentrieren sich die drei Frauen auf Sachen, die ihnen selbst gefallen: So entstanden hauptsächlich Kleider und Röcke. Mittlerweile gibt es auch T-Shirts und Pullover, außerdem wurden nach und nach Kinder- und Männerbekleidung eingeführt. „Unsere Kumpels haben alle gesagt: „Macht auch mal was für uns!“, erinnert sich Andrada Cretu, die heute 29 Jahre alt ist. Nur eines gibt es bei lajcc bisher noch nicht: Hosen.

Ideen „Das würde irgendwie nicht passen“, sagt ihre 25 Jahre alte Schwester Julia Cretu. „Vielleicht lockere Stoffhosen?“, schlägt Andrada vor. Es ist nur eine von mindestens drei neuen Ideen, die während des Gesprächs mit der SÜDWEST PRESSE entstanden sind. Mit dabei ist auch Luminitas Idee, nach Italien zu laufen.

Familienfoto Dort trifft sich die Familie der drei Frauen, inklusive rumänischer Verwandter. Das sei die Chance, jeden mit lajcc-Kleidung auszustatten, um ein großes Shooting zu machen. „Das ganze Auto wird mit Klamotten voll sein“, gibt Andrada zu bedenken. „Kein Problem“, ruft die Mutter sofort. „Ich laufe! Ich wollte sowieso mal die Alpen überqueren.“ Es klingt ein wenig verrückt und ist wohl auch nur halb ernst gemeint, doch es zeigt, wie es bei lajcc zugeht: Locker, unkonventionell und kreativ. An erster Stelle steht immer der Spaß.

Beruf Und das muss er auch, schließlich gehen die drei Frauen ihrem Label in ihrer Freizeit nach. Julia Cretu lernt gerade Psychotherapeutin, kommt aber aus der Schauspielerei. Andrada Cretu ist selbstständig, hauptsächlich als Event-Organisatorin, beispielsweise der eigenen Designmesse Ulm Unusual.

Modelabel Mutter Luminita Ciuflea ist Künstlerin und zudem als Assistentin an einer Schule in Neu-Ulm tätig – wo sie bereits von Schülern auf ihre Kleidungsstücke angesprochen wird. Wenn sie dann sagt, dass sie die selbst näht, sind viele erstaunt. Das kennen auch ihre Töchter: „Wenn wir sagen, wir haben ein Modelabel, verstehen die Leute das. Dann fragen sie aber meist: Und wer näht die Sachen?“

Arbeitsteilung Dabei machen die drei Frauen bei lajcc beides: Zusammen wird – meist auf Rumänisch – über Entwürfe und Ideen diskutiert, werden Stoffe gekauft, und anschließend wird eben auch genäht. Wobei, ein wenig Arbeitsteilung gibt es: „Die Mädchen kommen mit verrückten Ideen an und ich soll sie umsetzen“, meint deren Mutter lachend. Ganz so ist es nicht, doch meist näht tatsächlich sie.

Designs In den Designs selbst sind die drei Frauen wiederzufinden, alles erzählt eine Geschichte. Zum Beispiel die, wie Luminita einmal ihr Fahrrad hereinholte, um einen Reifen zu wechseln, und Julia sich den kurzerhand nahm, mit Farbe bepinselte und über einfarbige T-Shirts rollte. An denen hatte einfach noch das gewisse Etwas gefehlt.

Kompromiss Oder die Story von der Kompromissfindung am Anfang, als Luminita ein einfarbiges Kleid nähte, das die Töchter toll fanden, während sie selbst fragte: „Und jetzt? Das ist langweilig!“ Kurzerhand legte Julia für den Farbkick einen Streifen Neonstoff darüber. Mittlerweile gibt es zahlreiche lajcc-Stücke mit dekorativem Neonstreifen.

Soziale Medien Julia und Andrada Cretu kümmern sich um Facebook, Instagram und die Website sowie die Organisation von Fotoshootings und eigenen Pop-Up-Stores. Denn seit die drei 2016 mit Veröffentlichung der Website angekündigt haben: „Wir haben ein Label!“, wollen sie der Welt auch etwas zeigen.

Laden 2016 gab es rund zehn Events, bei denen lajcc-Kleidungsstücke in unterschiedlichen Locations zu sehen waren, zum Beispiel im Ulmer Laden „Gutes von Hier“ oder „Die Bar“. „Wir mögen es, immer woanders zu stehen“, sagt Julia. Ein Onlineshop wäre daher nichts für die drei. Sie beobachten gerne, wie anderen die Kleidung gefällt.

Quelle:

www.swp.de

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s