Rosenfeld: Vom Schrottfahrzeug zum Glanzstück – Rosenfeld

Max Mannchen bearbeitet den Sitz für einen Porsche von 1986. Foto: Müller Foto: Schwarzwälder-Bote

Max Mannchen bearbeitet den Sitz für einen Porsche von 1986. Foto: Müller Foto: Schwarzwälder-Bote

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Max Mannchen bearbeitet den Sitz für einen Porsche von 1986. Foto: Müller Foto: Schwarzwälder-Bote

Wenn es um die Instandhaltung eines klassischen Fahrzeugs geht, vertrauen Oldtimerbesitzer nur Fachmännern. Max Mannchen ist so einer. Der Rosenfelder restauriert die Innenausstattung von Oldtimern originalgetreu in Handarbeit.

Rosenfeld[1]. Derzeit ist der Raumausstattermeister mit der Innenrestaurierung zweier Porsche beschäftigt. Der Porsche 911, ein G-Modell von 1986, bekommt neue Sitze. Der zweite Oldtimer in der Werkstattgarage ist ein Porsche 356 T1 von 1956 – eine Komplettrestaurierung. Das seltene Modell kommt aus den USA und war laut Mannchen in einem furchtbaren Zustand. „Das soll jetzt vom Schrottfahrzeug zum Glanzstück werden.“ Die Originalteile dafür muss er sich zusammensuchen. Über die Jahre hat er dafür Kontakte geknüpft. „In der Regel lassen sich immer Originalstoffe finden. Ansonsten gilt es auch als Original, wenn man ein ähnliches Material verwendet.“

1986 begann Mannchen eine Lehre im Polsterhandwerk. Die Liebe zur Innenrestauration alter Fahrzeuge entdeckte er vor etwa zehn Jahren, als er sich selbst einen Oldtimer angeschafft hatte, einen MGB, Baujahr 1968. „Der ist auf den Tag genau so alt wie ich“, sagt der 49-Jährige stolz, „der Wagen hat mir geholfen, viele Kontakte herzustellen“. Denn die Oldtimerszene ist eng miteinander verwoben.

Mannchens Werkstatt in der Brechete ist gleichzeitig eine Nähstube. In den Regalen lagern Stoffe, an den beiden großen Nähmaschinen für Polster und Leder entstehen unter anderem Bezüge. Auf der Werkbank fügt er die Teile schließlich zusammen – mit Tacker, Hammer und Zangen.

Als seinen größten Kunstkniff bezeichnet der Rosenfelder die Restaurierung eines Renault Landaulet aus dem Jahr 1914, eines der letzten Fahrzeuge, das vor dem Ersten Weltkrieg gebaut wurde. Das Fahrzeug sei schon einmal umfassend restauriert worden – jedoch in Mannchens Augen nicht besonders gut. Der heutige Besitzer möchte den offenen Zweisitzer wieder in seinen Ursprungszustand bringen. Die Herausforderung für den Innenausstatter besteht zum einen darin, die Stoffe zu besorgen und zum anderen mit alten Techniken zu arbeiten. Die Sitze hat er mit Mohair-Velours überzogen – doch der Tacker blieb im Schrank. Mit feinen Nägeln befestigte er den Stoff am Sitz. Beim Verdeck kam Kutschenleder um Einsatz, die Türinnenverkleidung hat er mit Bordüren verziert.

Bei der Restauration klassischer Autos gibt es kaum Schnittmuster und Schablonen. „Man muss sich Vieles erarbeiten und selbst beibringen, da geht nichts auf die Schnelle“, erklärt Mannchen. Die Restaurierung des Landaulets beschäftigte ihn zwei Jahre. Oft bringen die Kunden Fotos mit aus alten Tagen. Bei seiner Arbeit orientiert sich der 49-Jährige an den historischen Abbildungen.

Was den Rosenfelder besonders an seiner Arbeit reizt? „Oldtimer sind spannend, jeder hat seine Historie. Da hab ich schon viele spannende Geschichten gehört.“

Der Landaulet beispielsweise, das älteste Auto, das Mannchen bisher restauriert hatte, war früher Filmrequisite bei Metro-Goldwyn-Mayer in Hollywood und unter anderem im Film „Mata Hari“ von 1931 als das Dienstfahrzeug der Spionin zu sehen.

Daher reizen ihn neue Autos auch recht wenig. „Da ist schon in den Sitzen zu viel Technik drin“, findet der Rosenfelder,­ „mir haben es die Alten angetan, da steckt noch viel Handwerk drin.“

Innenausstatter, die in Handarbeit und mit viel Geduld sich der Restauration klassischer Fahrzeuge widmen, gibt es nicht viele. Daher tragen die Oldtimer, die durch Mannchens geschickten Hände gehen, Kennzeichen aus ganz Süddeutschland. Einige davon sind beispielsweise im Oldtimermuseum in Schramberg zu bewundern – oder bei den Klassiktagen in Rosenfeld am 3. September.

Fußnoten:

  1. ^ Rosenfeld (www.schwarzwaelder-bote.de)
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