1986 kam das Aus für das Kaufhaus Hertie in Osnabrück

Acht Jahre zuvor hatte das Kaufhaus Merkur 250 Meter weiter östlich an der Ost-West-Achse eröffnet. Merkur schöpfte den Reiz des Neuen ab, der für die Osnabrücker darin bestand, erstmals eine breite Auswahl von Fachsortimenten unter einem Dach Rolltreppe fahrend bestaunen zu können.

Das mit einer Fassade aus Glas und blauen Glasalplatten gestaltete Hertie-Kaufhaus bot auf 8000 Quadratmeter Verkaufsfläche in fünf Etagen aus heutigem Blickwinkel auch ungewöhnlichen Sortimenten Raum: Stoffe, Schnittmuster und Nähmaschinen bei den Textilwaren, Wohnzimmergarnituren und Orientteppiche in der Möbelabteilung oder heute typische Baumarktartikel wie Werkzeuge und Kleineisenteile.

In den 1980er-Jahren wuchs die Konkurrenz durch Verbrauchermärkte auf der grünen Wiese. Zudem hatte sich die Anbindung an die Käuferströme in der 1a-Lage Große Straße durch den Neumarkt-Tunnel trotz direkten Tunnelzugangs in das Hertie-Untergeschoss nicht erfüllt. 1984 fiel der Umsatz um zwölf Prozent.

Neben dem generellen Trend, der gegen die Innenstadt-Kaufhäuser lief, wurden auch hausgemachte Ursachen beklagt: Man habe zu lange an überkommenen Sortimenten festgehalten. Und zu wenig dafür getan, den „dunklen Kasten“ innenarchitektonisch aufzupeppen. Am 30. Juni 1986 kam das Aus. 300 Mitarbeiter wurden arbeitslos. Wöhrl übernahm die Immobilie und baute aufwendig um, konnte sich aber auch nur bis 2002 am Standort halten.


Quelle:

www.noz.de

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