Gundelfingen: Neue Ideen aus alten Jeans

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22. Mai 2017

Begehrter Recyclingkurs der Gundelfinger Frauengemeinschaft.

GUNDELFINGEN. Ausrangierten Jeans ein neues Leben geben, der Wegwerfmanie entgegenwirken und am Ende sogar etwas Selbstgemachtes mit nach Hause nehmen: Das war das Ziel des Workshops „Textilien recyceln“. Acht Teilnehmerinnen trafen sich dazu am Freitagnachmittag. Organisiert wurde der Workshop von Dorothee Theilacker, von der katholischen Frauengemeinschaft (KFD) und Ursula Feser. „Heute steht das „K“ für kreativ“, sagte Dorothee Theilacker.

Dass das Angebot alle kreativen Frauen anspricht, zeigte sich in der großen Alterspanne: Die jüngste Teilnehmerin war erst 13 Jahre, die älteste schon 67. Die Idee zum Kurs hatten die beiden Organisatorinnen durch ein Buch, aber erst beim Ausprobieren seien die Ideen gekommen, was man alles nähen könnte. Denn es gebe kaum fertige Schnitte, wie Dorothee Theilacker erklärt: „Jede Hose ist anders, da gibt es nur Modelle, zum Beispiel für Taschen oder Mäppchen. Das Schnittmuster muss man sich selbst erarbeiten. Wir improvisieren.“

„Manchmal kommen einem auch durch das Aussehen einer Hose, durch Stickereien oder schöne Taschen die Ideen, wie man den Stoff neu verarbeiten kann“, meint Ursula Feser. Sie freut sich darüber, dass man beim Recyceln mit wenig Material viel erreichen kann: „Man hat was zum vorzeigen, ich finde das sehr befriedigend.“ Auch lerne man immer neue Frauen kennen. So wie zum Beispiel Alina Böcherer aus Emmendingen, die viel in ihrer Freizeit näht, gerne auch mal eigene Kleidung. Sie hat von ihrer Mutter eine alte Hose bekommen, um für einen neugeborenen Cousin Babyschuhe zu nähen: „Die Jeans sind vielgetragen und alle Gift- und Schadstoffe sind ausgewaschen.“ So eigne sich der Stoff ideal für seine neue Bestimmung. Obwohl sie geübt ist, kamen doch Schwierigkeiten auf: “ Es hat alles gut geklappt, für die Schuhe gibt es sogar ein Schnittmuster. Aber beim Riemen zum Schließen ist es jetzt doch etwas schwierig.“ Die Freude am Nähen habe sie vor allem, weil man so seinen eigenen Stil ausdrücken könne.

Doris Lampertsdörfer hat ihre alten Jeans bisher immer entsorgt: „In Zukunft werde ich die aufheben“, meint sie begeistert. Aus ihrer alten Jeans entsteht eine Badetasche. Dorothee Theilacker freut sich über die Resonanz und fügte aber hinzu: „Wir hätten auch noch einige Teilnehmerinnen mehr angenommen.“ Ihr gefalle das Nähen in der Gruppe besonders, da es ein schönes Miteinander sei und man sich gegenseitig Tipps gebe. Aus einer alten ausrangierten Jeans mal eine eigene Jeansjacke zu nähen, das sei ihr Traum. Aber mit Mäppchen, Geldbeuteln, Taschen und praktischen Wohnaccessoires wie den sogenannten Utensilos habe man schon mal einen guten Anfang.

Wenn sich das Leitungsteam der Katholischen Frauengemeinschaft in Gundelfingen nicht gerade um das Recyceln kümmert, werden andere Angebote organisiert, wie die Frauenfasnacht oder auch Ausflüge. „Wir geben uns Mühe, jeden Monat eine Aktion anzubieten“, so Dorothee Theilacker. Den Nähkurs gab es bereits im letzten Jahr. „Wir würden uns gerne öfters zum Nähen treffen“, so Dorothee Theilacker weiter. Aber dafür würden die Räumlichkeiten fehlen, auch sei der Aufwand groß, einen solchen Workshop ins Rollen zu bringen. Die Frauen waren jedenfalls zufrieden: „Was soll man an einem solchen Regennachmittag auch anderes machen, als kreativ zu werden?“, fragten die Organisatorinnen.

Autor: Helena Kiefer

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