Waiblingen: Cosplay: Fantasy-Helden werden real – Waiblingen

Waiblingen Cosplay: Fantasy-Helden werden real

Andreas Kölbl, 12.05.2017 – 00:00 Uhr

Waiblingen. Im zivilen Leben sind sie ganz normal Auszubildende und Studentin. Wenn Jessica Maly und Anna-Lena Adlung (21) aber ihr Hobby „Cosplay“ ausüben, dann kämpfen sie gegen böse Mächte um den Fortbestand des letzten Königreichs – als Prinz Noctis und desen Jugendfreund Prompto aus dem Konsolenspiel „Final Fantasy XV“.

Video: Anna-Lena Adlung und Jessica Maly aus Waiblingen cosplayen Noctis und Prompto aus „Final Fantasy XV“.

Einen Vorher-Nachher-Vergleich der beiden Cosplayerinnen finden Sie unten im Artikel.[1]

Wer die Buchmesse in Frankfurt oder Leipzig besucht, der kommt kaum an ihnen vorbei: himmlische und höllische Heerscharen schriller Gestalten, darunter lebende Barbie-Püppchen mit blauen Haaren, Monster mit hirschähnlichen Geweihen, Feen, Untote, surrealistische Soldaten und weltenrettende Superhelden. Nichts ist zu bunt, kein Kostüm zu aufwendig – alles geht. Die Waiblingerinnen Jessica Maly und Anna-Lena Adlung gehören seit zwei Jahren zu dieser ursprünglich aus Japan stammenden Rollenspieler-Szene, die sich eben auf den Buchmessen rund um die Hallen mit Comics und Mangas sowie auf speziellen Zusammenkünften (Conventions) europa- und weltweit trifft.

Lieblingscharaktere in „Final Fantasy XV“ gefunden

Cosplayer verkleiden und schminken sich originalgetreu nach Vorbildern aus Computerspielen, Comics und Animationsfilmen. Jessica Maly und Anna-Lena Adlung haben ihre Lieblingscharaktere Prompto und Noctis im Spiel „Final Fantasy XV“ gefunden, der 15. Folge eines Rollenspiel-Epos, in dem die Welt des Guten beständig durch böse Monster und Humanoide bedroht wird. Eine Fantasiewelt, entfernt vergleichbar mit Mittelerde aus dem „Herrn der Ringe“, in deren Machtzentrum magische Kristalle stehen. Genau diese muss Kronprinz Noctis Lucis Caelum als Hüter des letzten Königreichs verteidigen.

Auch Superhelden haben Schwächen

Treu an seiner Seite sein alter Kindheitsfreund Prompto, von dem es heißt, er sei mit dem Finger am Auslöser einer Kamera geboren worden. Als eine Art Reporter dokumentiert er die Erlebnisse der Helden – also gehört zur Ausrüstung von Jessica Maly zwingend ein Fotoapparat. Prompto gilt als unbekümmert und immer für einen Scherz aufgelegt. „Er ist mir einfach sympathisch, und seitdem ich mich näher mit der Geschichte und der Figur beschäftige, entdecke ich auch immer mehr Parallelen zu mir selbst“, sagt die Auszubildende zur Groß- und Außenhandelskauffrau. Superhelden sind Prompto und Noctis nicht, sie haben ihre Schwächen wie echte Menschen auch. Männliche Charaktere finden die beiden Waiblingerinnen grundsätzlich cooler als weibliche.

Von der Nietenweste bis zur Frisur: Fast alles selbst gemacht

Zu den häufigsten Irrtümern über Cosplay gehört die Auffassung, die Kostüme seien einfach fertig gekauft. Tatsächlich haben Jessica Maly und Anna-Lena Adlung fast alles selbst gemacht. Promptos Jacke etwa ist komplett aus eigener Produktion, vom Schnittmuster bis zur Verzierung mit Stickern und Nieten. „Nähen konnte ich vorher eigentlich gar nicht“, gesteht die 23-Jährige, „aber man lernt unheimlich viel beim Cosplay.“ Für die Punk-Frisuren ihrer Vorbilder besorgten sie sich große Perücken, die sie selbst schnitten und toupierten – und im Falle von Noctis zuvor färbten. Die Leerjacke des Kronprinzen ist originalgetreu verändert, die Ledermanschetten selbst gemacht. Zum Bändigen der echten Haare brauchen beide Haarnetze. Eine etwas größere Grundausstattung zum Schminken ist unerlässlich – schon für Promptos rote Augenränder und Sommersprossen.

Letztes Jahr wurde ein Traum für beide wahr

Ihre Wohnung hat Jessica Maly bunt dekoriert mit Bildern der Figuren aus dem Spiel, von dem es inzwischen eine Anime-Serie und einen abendfüllenden Animationsfilm gibt. Und erst recht mit Fotos von den zahlreichen Treffen, bei denen die Freundinnen Gleichgesinnte aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz kennenlernen. „Man kommt ganz leicht ins Gespräch und wird oft angesprochen, so nach dem Motto: Super, du spielst einen meiner Lieblingscharaktere!“ Ein Traum wurde für die beiden vergangenes Jahr wahr: Da bereisten sie Japan, das Herkunftsland von Mangas und Cosplay – nicht ohne eine Cosplay-Convention zu besuchen.

Cosplay-Wettbewerb

Cosplay ist eine englischsprachige Wortschöpfung und bedeutet so viel wie „Kostümspiel“ und bezeichnet einen Rollenspiel-Trend, der auf Comics und Computerspielen basiert.

Anlässlich des Gratis-Comic-Tages in Deutschland, Österreich und der Schweiz veranstaltet die Stadtbücherei Waiblingen am Samstag, 13. Mai, von 11 bis 13.30 Uhr einen Cosplay-Wettbewerb für alle Fans von Comics und Mangas. Die Cosplayer präsentieren sich dabei im Kostüm ihres Lieblingscharakters und messen sich mit den anderen Cosplayern. Zuschauer sind erwünscht. Um 13.30 Uhr findet die Siegerehrung mit Preisverleihung statt. Im Untergeschoss befindet sich passend dazu eine Ausstellung zum Thema Comic und Manga. Viele Comicverlage haben eigens zu diesem Tag Comichefte produziert, die die Fans kostenlos mitnehmen können.

Anmeldung versäumt? Für Kurzentschlossene gilt: Cosplayer, die am Samstag verkleidet kommen, können gerne noch am Wettbewerb teilnehmen, wenn sie ein Bild ihres Lieblingscharakters, das sie darstellen wollen, mitbringen und sich vor 11 Uhr in der Stadtbücherei einfinden.

Quelle:

www.zvw.de

Fußnoten:

  1. ^ unten im Artikel. (www.zvw.de)
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