Bad-Dürrheim: Narren reißen überall die Macht an sich – Bad Dürrheim

Auch in den Stadtteilen Bad Dürrheims übernahmen die Narren gestern das Regiment. Betroffen war auch der neue Ortsvorsteher von Unterbaldingen, Jürgen Schwarz.

Bad Dürrheim[1]. Pünktlich um 13.30 Uhr waren die Tigerschweine mit der Musikkapelle vor dem Unterbaldinger Rathaus eingetroffen, um Ortsvorsteher Schwarz, der sich im Rathaus verstecken wollte, aufzugreifen und zu entmachten. Schwarz wehrte sich sehr dagegen. Doch gegen die übermächtige Narrenschar mit Tigersauen und Ferkel hatte der an einem Seil angebundene Ortsvorsteher keine Chance. So übergab er schließlich den Rathausschlüssel.

Beim Kuttelessen gestärkt

Unterdessen waren alle Vorbereitungen getroffen, den 25 Meter hohen Narrenbaum in die Höhe zu hieven. In aller Frühe hatten die Tigerschweine diesen im Wald geschlagen, präpariert und sich danach beim Kuttelessen gestärkt.

Auch in Hochemmingen haben die Narren die Macht übernommen. Frühmorgens war eine möglichst hohe Tanne mit beachtlichen 28 Metern gefällt worden. Anschließend wurde der Baum ins Dorf geschafft und nett hergerichtet. Viele Interessierte trafen sich am Rathausplatz, Glühwein, Sekt und Kinderpunsch wurden angeboten. Mit musikalischer Unterstützung der Emminger Wecktrommler wurde der Baum dann aufgestellt. Die Kinder des Kindergartens Funkelstein zeigten einen Fastnachtstanz und unterhielten noch eine ganze Weile das Publikum.

Die Narren nahmen den Rathausschlüssel an sich. Teil des närrischen Treibens der Narrenzunft sind stets die kniffligen Aufgaben, welche Ortsvorsteher Helmut Bertsche gestellt werden, drei pro Narrensaison. Die Aufgaben: Bis zum Hemdglonkerball gestern Abend musste Bertsche mehrere Gedichte vor dem ehrenwerten Narrenpublikum aufsagen. Außerdem soll er am Sonntag die Umzugsgäste entlang der neuen Umzugsstrecke so positionieren, das alles perfekt läuft. Die dritte und schwerste Aufgabe: Bertsche soll sein Eigenheim schmücken und mindestens fünf Meter Fasnetsbändel selber nähen und am Haus aufhängen.

Nach der Machtübernahme konnten sich die Narren im Narrenstüble noch mit Schinkenbraten stärken, bis es am Abend mit dem Hemdglonkerball und großem Programm weiterging.

Erfolgreich begannen die Mooslochhexen in Biesingen den Schmotzigen Dunschtig. Sie schmückten mit den Kindern in Oberbaldingen den Narrenbaum. Beim Rathaussturm in Biesingen hatten sie es mit Ortsvorsteher Stephan Klemens zu tun. Doch alle Versuche, die Zunft, die Narrenpolizei und die Hexen zu verführen, schlugen fehl. Jegliche Verpflegung mit Sekt, Weißwurst, Brezeln und sogar die freiwillige Herausgabe des Rathausschlüssels halfen nichts: Der Ortsvorsteher musste für seine Verfehlungen vom Vorjahr büßen. Klemens ergab sich seinem Schicksal, warf sich in Narrenkluft und gab sein Amt mit Würde den Narren. Unterdessen hatten die Sunthausener Narrenbaumsteller alle Vorbereitungen getroffen, den fast 30 Meter langen Narrenbaum in Biesingen in die Höhe zu bringen. Wegen des starken Winds wurde der Baum dann aber um zehn Meter gekürzt und dann aufgestellt.

Fußnoten:

  1. ^ Bad Dürrheim (www.schwarzwaelder-bote.de)
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